Die Wallfahrt in die Wies 2002

Der Einladung zur Wieswallfahrt am 4. Mai 2002 folgten trotz des kühlen Wetters 21 Erwachsene und 8 Kinder.

Wie freute ich mich, als man mir sagte:
"Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern."

Wie erschrocken war ich, als man mir sagte: 
"Es liegen 28 km Fußmarsch vor dir."

Wie tröstete es mich, als man mir sagte:
"Das ist in etwa die Strecke, 
die eine Hausfrau mit 2 Kindern täglich bewältigen muss."

Morgens um 4.00 Uhr trafen wir uns zur 1. Statio in unserer Stadtpfarrkirche. 
Das mit Bändern und Blumen geschmückte Kreuz voraus pilgerten wir durch den Nieselregen. 
Bedrohlich, wie der Drachen des Hl. Magnus, schimmerten die Felsen vom Durchbruch nach Bad Faulenbach. 

Immer am Lech entlang bis zum Stauwehr, die Litanei immer wieder im Dunkel verschwimmend und wieder auflodernd beim Schein der nächsten Laterne, 
erreichten wir das Stauwehr an der Lechbrücke. 

  

"Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht, 
ich fürchte kein Unheil, denn du bist mein Schirm und mein Stab...."

so gingen mir die Gedanken beim Anblick des unter mir tosenden Wasser durch den Kopf.
Noch ein kleines Stück Weg nach links, dann hielten wir zur 2. Statio beim Kreuz.

Nur im Schein einer kleinen Taschenlampe verlas der Lektor eine Lesung aus dem alten Testament. 
Ganz langsam wurde es heller. 

"Du tränkst die Berge aus deinen Kammern,
aus deinen Wolken wird die Erde satt.

Herr, neig deinen Himmel und steig herab,
rühr die Berge an, so dass sie rauchen

Unsre Söhne seien wie junge Bäume,
hoch gewachsen in ihrer Jugend,

unsre Töchter wie schlanke Säulen,
die geschnitzt sind für den Tempel.

Unsre Speicher seien gefüllt,
überquellend von vielerlei Vorrat;

unsre Herden mögen sich tausendfach mehren,
vieltausendfach auf unsren Fluren.

Unsre Kühe mögen tragen, ohne zu verwerfen und ohne Unfall;
kein Wehgeschrei werde laut auf unsern Straßen.

Wohl dem Volk, dem es so ergeht,
glücklich das Volk, dessen Gott der Herr ist!

   

Am Lech entlang und an der Ostseite des Forggensees erreichen wir gegen 7.45 Uhr das Gasthaus Seerose in Berghof / Rauhenbichl, wo uns ein kräftiges Frühstück erwartete.

     

     

"Herr, wie groß und gewaltig ist dein Name, auf der ganzen Erde."
Nach einer ausreichenden Pause ging es weiter über Halblech und Schober.

Hier hielten wir gegen 11.00 Uhr eine Statio und machten eine kleine Zwischenpause. 3 Ministrantinnen waren froh, mit einem Auto die restliche Strecke zur Wies fahren zu können. Wir jedoch zogen frohen Mutes weiter unserem Ziel entgegen.

Auf dem Weg dem weiten endlos weiten,
langsam zieht das Volk in Scharen hin.
Singt von Freuden sing, und singt von Leiden
langsam zieht das Volk dahin.

       

Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten

Wir erreichten rechtzeitig die Wieskirche. Freudig jubelten die Glocken uns entgegen. Es ist schön, willkommen zu sein und von einer alt bekannten Hand mit einem lächeln begrüßt zu werden. 

   

Gemeinsam mit den Mitgliedern aus unserer Pfarrgemeinde, welche mit dem Auto zur Messfeier gekommen waren, feierten wir die Hl. Messe vor dem Gnadenbild des gegeißelten Heiland in der Wies.

   

Ein kleiner Engel hielt uns das Kreuz.
Anschließend stärkten wir uns im Garten der Landvolkshochschule mit Steaks und Würstchen vom Grill.

   

Der guten Stimmung konnte der kalte Wind nichts anhaben, denn die Wärme kam diesmal ganz deutlich von Herzen.

Wallfahrt nach Rom und in die Wies 2001

Die Wieskirche bei Steingaden