Ort der Barmherzigkeit für einen
"Hauch von Leben"

 

Durch eine Privatinitiative wurde eine Gedenk- und Ruhestätte für tot geborene Kinder auf dem Sebastiansfriedhof in Füssen am 2. Juli 2003 eingerichtet.

        Skulptur von Alois Vogler

Eine Männerhand umfasst schützend ein Embryo und gibt ihn gleichzeitig frei - ein Symbol für den Tod vor der eigentlichen Geburt.

"Es geht um das Geheimnis des Lebens - Leben ist ein Wunder, manchmal ein Rätsel, es ist Glück, aber auch Schmerz, Last und Kreuz". Diese Worte sprach der Stadtpfarrer von St. Mang Dekan Karl-Heinz Knebel bei der Segnung des Kindergrabes. Ein Ort des Lebens, der Trauer und der Hoffnung, dass kein Leben aus der Hand Gottes herausfällt. Und es geht um die Würde dieser totgeborenen Kinder, die in diesem Grab ihre letzte Ruhestätte finden.

Eine Bestattung eines Kindes in diesem Grab, ungeachtet seiner Größe oder Gewichtes, ist nicht an eine Konfession oder Religionszugehörigkeit gebunden. Da für Kinder unter 500 Gramm keine "Begräbnispflicht" besteht, kann ein solches Grab nicht käuflich erworben werden. Deshalb übernimmt die Organisation, in der neben Frau Beate Begander (Selbsthilfegruppe für Trauernde) und Pater Christoph Kreitmeir auch Hebamme Maxi Jüttner, Oberarzt Krause der Gynäkologie des Füssener Krankenhaus und Vertreter der Kirchenstiftung St. Mang, angehören, kostenlos die Bestattung, wenn es die Eltern wünschen.

Psalm 139 5 - 18

Du umschließt mich von allen Seiten / und legst deine Hand auf mich.
Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, / zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, / wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?
Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; / bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen.

Nehme ich die Flügel des Morgenrots / und lasse mich nieder am äußersten Meer,
auch dort wird deine Hand mich ergreifen / und deine Rechte mich fassen.

Würde ich sagen: «Finsternis soll mich bedecken, / statt Licht soll Nacht mich umgeben», /
auch die Finsternis wäre für dich nicht finster, die Nacht würde leuchten wie der Tag, / die Finsternis wäre wie Licht.

Denn du hast mein Inneres geschaffen, / mich gewoben im Schoß meiner Mutter
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. / Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.

Als ich geformt wurde im Dunkeln, / kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, / waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand, / in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, / als noch keiner von ihnen da war.

Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, / wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. / Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.

Da diese Gedenk- und Ruhestätte für tot geborene Kinder auf dem Sebastiansfriedhof in Füssen eine private Initiative ist und für Bestattungen keinerlei Gebühren verlangt werden, bittet die Initiative für den Unterhalt um die Überweisung von Spenden: 

Katholische Kirchenstiftung St. Mang, 
Sparkasse Allgäu (BLZ 733 500 00), 
Konto 610 273 435, Stichwort "Frühgeburten"

Besonderer Dank gilt Gott und allen, die geholfen haben, dass diese wichtige Gedenk und Ruhestätte in unserer Stadt Füssen entstehen konnte.