Wallfahrt nach St. Mang
So. 5. 9. 04

Aus dem Füssener Blatt Dienstag, 7. Sept. 2004 Nr. 207
Text von Lars Christian Kink
ergänzt mit Bildern von Manfred Sailer

  

Der heilige Magnus brachte das Licht des Glaubens ins Allgäu. Erinnerung daran ist die Lichterprozession, hier beim Ausmarsch aus der Pfarrkirche. Neben Stadtpfarrer Karlheinz Knebel beteiligten sich an der Prozession Pfarrer Rupert Bader aus Vils und der neue Pfarrer in der künftigen Pfarreiengemeinschaft, Kazimierz Piotrowski, Oskar Schneider aus Weißensee und Franziskanerpater Ernst.

  

  

  

Magnus und die Pfarreiengemeinschaft

Stadtpfarrer Karlheinz Knebel geht bei Festgottesdienst auf die neue Struktur ein.

Füssen (Ick).
Am - Sonntag feierte die Pfärrgemeinde St. Mang den Jahrestag ihres Pfarrpatrons. Mit einem feierlichen Hochamt am Vormittag, dem am Abend traditionell ein weiterer Festgottesdienst und die Lichterprozession durch die Altstadt folgten. Das Magnusfest 2004 sei ein Markierungspunkt für die Pfarrei, sagte Stadtpfarrer Monsignore Karl-Heinz Knebel im Hinblick auf die bevorstehende Gründung der Pfarreiengemeinschaft mit Zu den Acht Seligkeiten in Füssen-West und St. Walburga in Weißensee.

In seiner Predigt blickte Pfarrer Knebel auf die Entwicklung in Füssen nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Mit dem Wachstum des Stadtteils im Westen sei die Gründung der Pfarrei Zu den Acht Seligkeiten eine richtige Entscheidung gewesen. Im kommenden Jahr könne das 40-jährige Weihejubiläum der Pfarrkirche gefeiert werden. Nun erfolge die Zusammenführung in einer Pfarreiengemeinschaft. Eine Veränderung, der die Kraft des Neuanfangs innewohne, stellte Knebel die Chance heraus, die er darin sieht.

Von Gott ergreifen lassen

Entscheidend sei, dass man sich wie seinerzeit der heilige Magnus mit ganzem Herzen und Verstand von Gott ergreifen lasse und die Chance annehme, schlug Pfarrer Knebel die Brücke zum Apostel des Allgäus. Der christliche Glauben sei die Gemeinsamkeit, die zusammenführe. Was jedoch viel Umdenken mit verbesserter Koordination und Zusammenarbeit erfordere, machte er klar. Der Einsatz der Priester und hauptamtlicher Mitarbeiter sowie die Erfahrungen und Talente der Gläubigen könnten dann aber das kirchliche Leben zum Blühen bringen.

Das Licht des Glaubens trugen im Anschluss, viele Prozessionsteilnehmer mit ihren Kerzen in die Altstadt - gleichzeitig ein stilles Gedenken für die Opfer des Geiseldramas in Beslan im Nordkaukasus. Eine Anregung aus Palestrina, die Stadtpfarrer Knebel per Handy-sms aus der italienischen Partnerschaft erreichte. In Palestrina stellten die Menschen am Sonntagabend Kerzen in ihre Fenster. Der Weg der Magnusprozession führte von der Stadtpfarrkirche zur Brunnengasse, weiter zur Schrannengasse und über die Reichenstraße zurück in die Kirche. Begleitet von Gebeten, dem Magnuslied, der Magnuslitanei und Informationen aus der Heiligen-Vita. Auf dem Kirchenvorplatz segnete Pfarrer Knebel noch das Magnusfeuer, bevor es noch einmal in die Kirche ging. Zur Verehrung der Magnusreliquien: dem Magnusstab und der Knochenreliquie.

  

  

Verehrung der Magnusreliquien: Pfarrer Kazimierz Piotrowski (rechts) reicht den Gläubigen die Knochenreliquie des heiligen Magnus. Links daneben Pfarrer Knebel mit dem Magnusstab. 
(Bild von Lars Christian Kink: copy aus der Zeitung)

 PATROZINIUM IN ST. MANG

Die Wallfahrer aus der Pfarrei "Zu den Acht Seligkeiten" treffen sich auch dieses Jahr wieder 
in der Marienkapelle um 18.15 h. 
Wie treffen um 18.30 h die Wallfahrer von Weißensee an der Ecke Kemptener / Riebel-Brand - Straße. 

Betend und singend ziehen wir dann gemeinsam nach St. Mang. 

19.00 Uhr    Gottesdienst in St. Mang mit Lichterprozession. Anschließend Ausschank des Magnusweines im Franz-Xaver-Seelos-Haus.

 

 

 

Wallfahrt nach St. Mang
Sonntag, den 7. September 2003

18.15 Uhr    Wir treffen uns mit den Wallfahrern aus Weißensee 
                      bei Antes und Huber - Kemptenerstr. 
19.00 Uhr    Gottesdienst in St. Mang mit Lichterprozession
                      anschließend Ausschank des Magnusweines 
                      im Franz-Xaver-Seelos-Haus.

  

  

   

  

Artikel aus der Allgäuer Zeitung vom 5. Sept. 2003 / Füssener Blatt Seite 25 von Herrn Arnold Späth:

St. Mang feiert und nimmt Abschied
Magnusfest - Pater Gracious wird Pfarrer in Trauchgau

Füssen (asp/afr). Der kommende Sonntag ist für die Füssener Stadtpfarrei St. Mang kein Sonntag wie jeder andere. Er ist im Kreislauf des Jahres der Sonntag: Die Pfarrei feiert ihren Kirchenpatron, den heiligen Magnus. Mit Festgottesdienst, Lichterprozession, Magnuswein und Pfarrabend. Dabei wird von Pater Gracious Abschied genommen. Der Benefiziat aus Indien wird neuer Pfarrer in Trauchgau. Dort findet seine feierliche Amtseinführung am Sonntag, 14. September, statt.

Magnus war ein Benediktinermönch. Im 8. Jahrhundert kam er nach Füssen und verkündete in der Gegend das Evangelium. Zahlreiche Legenden und Wunder sind mit seinem Wirken verbunden und durch Künstlerhand in der Stadtpfarrkirche St. Mang auf Fresken sichtbar gemacht. St. Mang gründete in Füssen eine Zelle, aus der sich später das bedeutende Benediktinerkloster entwickelte. Der heilige Magnus ist nicht nur Patron der K irche und der Stadt, sondern auch Schutzpatron der Städte Kempten und Augsburg.

Magnuswein wird gesegnet

Bereits ab dem heutigen Freitag steht die St.-Mang-Pfarrei ganz im Zeichen ihres Patroziniums: Um 19 Uhr beginnt die erste Andacht der Magnusoktav. Dabei wird der Magnuswein gesegnet. Nach dieser und allen weiteren Andachten und Gottesdiensten im Rahmen der bis zum 11. September dauernden Oktav wird der Magnuswein zum Kauf angeboten. Der Wein stammt aus den Südtiroler Anbaugebieten, die früher im Besitz des Füssener Klosters waren. Seit ein paar Jahren gehört zum Magnusfest in Füssen die Segnung des Magnusstabes. Eine Kopie des Originals wird vom Heimatbund Allgäu als Auszeichnung für Verdienste um die Heimatpflege verliehen. Gesegnet wird der Stab am Samstag während der Vorabendmesse (Beginn 18 Uhr). 
Die kirchlichen Höhepunkte sind am Sonntagvormittag das feierliche Amt (9 Uhr) und am Abend um 19 Uhr der Festgottesdienst. Ihm schließt sich die Lichterprozession durch die Altstadt an. Auf dem Kirchplatz wird das Magnusfeuer entfacht und krachen zur Feier des Abends die Böller.

St.-Mang-Organist und Kantor Albert Frey sorgt als Gesamtleiter für die entsprechende Musik: Das Hochamt am Sonntag um 9 Uhr wird gestaltet mit der Krönungsmesse für Soli, Chor und Orchester von W. A. Mozart und dem "Laudate Dominum" (Psalm 116) aus Mozarts "Vesperae solennes de Confessore" zum Offertorium. Ausführende sind der Kirchenchor von St. Mang, der Weißenseer Kirchenchor St. Walburga und das Kirchenorchester von St. Mang. Die Solisten sind Heike de Young (Sopran), Heike Glinka (Alt), Stefan Heidweiler (Tenor) und Willie Pirzer (Bass). Nach dem Segen erklingt an der Orgel die Toccata in d-Moll aus op. 59 von Max Reger (1873-1916).

Nach der Lichterprozession beginnt am Sonntagabend im Franz-Xaver-Seelos-Haus der Pfarrabend von St. Mang. Dabei nimmt Füssen Abschied von Benefiziat Gracious Naralakkattukunnel. Der 43-Jährige war in den vergangenen gut zwei Jahren Benefiziat in St. Mang. Am 1. September trat er in Trauchgau die Nachfolge des bei einem Bergunglück ums Leben gekommenen Pfarrers Peter Mayr an.

Pater Gracious wird in Trauchgau am Sonntag, 14. September, beim Pfarrgottesdienst um 14 Uhr offiziell in sein neues Amt eingeführt. Nach dem Gottesdienst treffen sich die interessierten Bürger im Pfarrheim, um dort ihren neuen Pfarrer zu begrüßen.