Aschermittwoch 2005

„Die Religionsgeschichte weist die Asche als Bild Vergänglichkeit und als Zeichen der Trauer und der Buße aus. 
   Sich das Haupt mit Asche zu bestreuen galt nicht nur bei den Israeliten, sondern auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen als ausdrucksvolle Gebärde der Klage. Von hier aus versteht man die altkirchliche Sitte, dass öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Bußzeit antraten. Man konnte sich für diese Sitte auf Gewohnheiten berufen, die mehrfach im Alten und Neuen Testament geschildert sind: Ps 102,10; Jes 58,5; Mt 11,21 u.a. 
   Seit dem 7. Jahrhundert ist der Aschermittwoch als Tag der Bußeröffnung bezeugt. Von diesem Tag bis zum Gründonnerstag wurde von der eigentlichen Eucharistiefeier ausgeschlossen und mit schweren Bußleistungen belegt, wer eine Kapitalsünde begangen hatte. Damit waren wohl nicht nur Unzucht, Mord und Glaubensabfall gemeint, sondern alles, was heute noch beim Durchschnittsmenschen als auch subjektiv schweres Vergehen präsumiert werden kann ... Als die Einrichtung der öffentlichen Buße mehr und mehr an Bedeutung verlor und endlich ganz verschwand, blieb jene Zeremonie in ihrer Grundform als sinnvolle Einführung aller Gläubigen in die große Bußzeit der Kirche bestehen. Diese Übung hatte sich gewiss schon eine beträchtliche Zeit eingebürgert, als Papst Urban II. auf der Synode von Benevent 1091 es als eine Pflicht der Gläubigen bezeichnete, am Beginn der Fastenzeit sich in der Kirche mit Asche bestreuen zu lassen“

(Alfons Auer). (Dem Schott entnommen).

Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen Gott, unseren Vater, bitten,
dass er diese Asche segne,
die wir als Zeichen der Buße empfangen.

Nach einer kurzen Gebetsstille betet der Priester:

Barmherziger Gott,
du bist den Demütigen nahe
und lässt dich durch Buße versöhnen.
Neige dein Ohr unseren Bitten
 
und segne + alle, die gekommen sind,
um das Aschenkreuz zu empfangen.
Hilf uns, die vierzig Tage der Buße
in rechter Gesinnung zu begehen,
damit wir das heilige Osterfest
mit geläutertem Herzen feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

JOHANNES PAUL II.
GENERALAUDIENZ

Aschermittwoch, 5. März 2003
   

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Die Liturgie lädt am heutigen Aschermittwoch alle Gläubigen mit den Worten des Apostels Paulus nachdrücklich zur Umkehr ein: »Wir bitten an Christi Statt: Laßt euch mit Gott versöhnen!« (2 Kor 5, 20). Die Fastenzeit ist in geistlicher Hinsicht der günstigste Moment, diese Mahnung anzunehmen, weil sie eine Zeit des verstärkten Betens, der Buße und der erhöhten Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Brüder und Schwestern ist. 

Durch den heutigen Ritus der Aschenauflegung bekennen wir uns als Sünder, bitten Gott um Vergebung und bekunden den aufrichtigen Wunsch nach Umkehr. So beginnen wir einen strengen asketischen Weg, der uns zum Ostertriduum führen wird, dem Mittelpunkt des liturgischen Jahres.

Mit dem „Amen“, unserer Bestätigung: „So ist es“ folgen wir dem Auftrag des Priesters: „Kehr um und glaub an das Evangelium“ bzw. „Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst“.

  

Zum Staub - zur Erde - das Aschekreuz - unter diesem Zeichen der Besinnung und der Bekehrung begeben wir uns gemeinsam auf den Weg durch die Fastenzeit.

   
Die Kommunionkinder betasteten vor dem Empfang des Aschekreuz Erde, die in einer Schale durch gereicht wurde.

Die Betrachtung des Leiden und Sterben Jesu, unser „Mitleiden“ bereitet uns auf das Osterfest, die siegreiche Auferstehung Christi nach dem Tod, vor, in dessen Geheimnis auch wir selbst mit einbezogen sind durch unseren Glauben, unsere Hoffnung und die Liebe Gottes. Sich erneut auf den Weg der Nachfolge Jesu Christi zu begeben, dazu laden wir auch recht herzlich alle ein.

Das kirchliche Hilfswerk "Misereor"  

 

 

Müde, so erschöpft mit wehem Kopfe,
meine Füße wundgetanzt seit Tagen,
wanke fröstelnd ich durch
aschermittwöchliche Gassen,
Fastnachtsfieber hat mich gestern nacht
verlassen, ausgeglonkert, ausgejuckt, ausgeschnellt, abgestellt,
so wie mein Häs.

Fasten muss ich, Katers Beute,
streng ab heute,
und ich schwör', ich esse nur noch
Kutteln, Schnecken, Fisch und sauren Käs.

Gisela Munz-Schmidt (Owingen)