aria, mit dem Kinde lieb,

uns allen deinen Segen gib.

Liebe Besucher unserer Kirche

Der Aufbau der Wendeltreppe erfolgte vor 10 Jahren zum ersten Mal. Es war als ein "Professorium" gedacht, wurde in den ersten Jahren nur im Mai aufgebaut und war immer schon eine etwas wackelige Angelegenheit. Nun wurde im Pfarrgemeinderat beschlossen, unsere Madonna wieder auf einem stabilen Tisch zu stellen. Gott sei Dank hat sich in der Vergangenheit nie jemand auf der Wendeltreppe abgestützt. Bleiben wird die Erinnerung, und vielleicht findet sich jemand, der die Idee aufgreift und professionell verwirklicht. ( 13.Feb. 2003 )

Heilige Maria, 
Mutter unseres Lebens 
auf der Wandlungstreppe
.

Haben Sie schon einmal mit ihren Augen verfolgt, wohin die Wendeltreppe führt, auf der in unserer Kirche unsere “Mutter Gottes” thront? Es ist schon geheimnisvoll, wie aus der ersten, ganz breiten Stufe, bis zur obersten, die Stufen immer kleiner werden? Und wie sich ganz heimlich eine zweite Spirale bildet, die nach oben, zum Himmel hin, immer größer und weiter wird? 

  Die Wendeltreppe ist wie der Weg durch unser Leben. Die erste Stufe steht nicht für die Geburt, sondern sie beginnt noch viel Früher, mit der eigentlichen Geburtsstunde des Daseins - nicht mit den biologischen Faktoren, sondern mit dem Segen Gottes und dem Entschluss der Eltern, einem Kind  Leben zu schenken.
   In diesem Augenblick taten sich unendlich viele Möglichkeiten auf. Im ersten Gedanken Gottes im Herzen deiner Mutter und deines Vaters gab es noch keine festgefügte Gestalt. Es war wie bei einem Bildhauer, der einen Holzstamm vor sich hat und  der daraus noch unendlich viele Figuren schlagen kann. Doch schon mit den ersten Holzspänen fallen unwiderruflich Entscheidungen zu Boden. Und jede Entscheidung bedeutet, andere “Möglichkeiten” fallen zu lassen. Eine dieser ersten Bestimmungen heißt: Mädchen oder ein Junge. Weitere Bestimmungen ergeben sich in deinem Leben durch deine Eltern, - ob sie reich oder arm, Einheimische oder Ausländer, intelligent oder einfach sind usw.; dann erst kommt das, was wir selbst aus unserem Leben bisher gemacht haben: Ich denke z.B. an die Entwicklung  verschiedener Talente, die mit Fleiß gelernt oder vernachlässigt wurden, welche Schulen durchlaufen wurden. Weitere Prägungen erhielten wir durch die Auswahl unserer Freunde und dem “Umgang” mit anderen Menschen. In der Zukunft fallen noch viele Entscheidungen, z.B. die Berufswahl, die Wahl eines Ehepartners, - und immer wieder spielt auch die Gesundheit eine Rolle.

Wie wenig doch die landläufig so groß gefeierte “Geburtsstunde" in diesem sich ständig verändernden Lebenslauf der geringer werdenden Möglichkeiten eine Rolle spielt.

   Nach und nach schält der Schnitzer eine unwiderruflich einmalige Figur aus dem groben Holzblock, verfeinert in liebevoller Kleinarbeit die einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit. Am engsten wird es selbstverständlich auf der letzten Stufe der Treppe, am Ende der Erdenzeit.

Der Tod beendet alle Möglichkeiten, die du am Anfang hattest. 

   Gott sei Dank endet im Glauben mit dem Tod ja nicht das Leben, sondern, es wird gewandelt (vergleiche: gewendet; Wandel; Wendeltreppe, Verwandlung) Doch die Wandlung findet nicht punktartig im Sterben statt, - Nein! - Sie beginnt schon viel früher, ganz langsam und unauffällig, nämlich mit jeder bewussten Entscheidung im  Leben für Gott-Vater, Sohn und Heiligen Geist.

    Bei der Taufe sprechen noch die Eltern für dich das “Ja” zu Gott und seiner Kirche. Jedoch mit deinem zunehmendem Alter wird immer mehr dein eigenes “Ja” gefordert.  Ganz allmählich wächst dein “Erkennen Gottes”, die “andere Seite” der Wendeltreppe in den Himmel. Es gibt gleichsam eine Achse, einen das ganze Leben durchziehenden Dreh- und Angelpunkt, eine Achse, um die sich alles dreht. Auf ihr steht Maria und hält diesen Mittelpunkt aller Welt in den Händen. Es ist das Jesuskind, unser König, unser Retter, - und letztendlich unser Erlöser, mit einem Wort "Unser Herrgott".
   Genauso wenig, wie der rein biologische Vorgang der Anfang deiner Existenz war, ist der rein biologische Tod das Ende der Existenz.  Ebenso wenig beginnt Gottes Reich schlagartig nach dem Tod. Gottes Wirklichkeit ist schon verwoben in dein ganzes Leben. Es ist jedoch ein riesiger Irrtum zu glauben, Gottes Reich kommt, ohne dass dafür etwas getan werden müsste. Der Zeitraum dieses "Hinarbeiten auf Gott" ist das Leben. So wie es auf Jeder Stufe eine Möglichkeit zur Nähe oder Distanz zum Mittelpunkt, der Achse, gibt, liegt Erfolg oder Versagen in der Möglichkeit zur Annäherung an Gott in jedem Zeitpunkt des Lebens vor. Der Angst vor den immer kleiner werdenden Möglichkeiten im Leben kann nur die Hoffnung auf die gegenüberliegende Seite, die Freude auf das Reich Gottes, die im Vertrauen auf seine Liebe baut, uns vor der nüchternen Sinnlosigkeit des eigenen Lebens ohne Gott schützen, welche uns aufzufressen droht.

   Anfang und Ende liegen wissenschaftlich gesehen absolut im Dunkel des Mysterium Gottes. Wer behauptet, dass nach dem Tod alles aus sei, kann dies genauso wenig wissen wie der, der behaupten will, zu wissen, warum er überhaupt existiert.

  Gehen wir vielmehr mit offenen Augen durchs Leben und suchen nach den Wundern Gottes. Wir können, wenn wir wollen, sie in jeder Blume finden. Überall leuchten auf dem Lebensweg frohe, helle Stunden. Diese solle wir sammeln und jeden Sonntag Gott dafür Danke sagen. Jetzt können sie sich bestimmt denken, warum die Wendeltreppe des Lebens mit Blumen und Kerzen geschmückt ist. Versuchen sie doch einmal, jeder Kerze einen besonderen Namen zu geben. Fangen sie damit ruhig mit der Taufe an  - und vergiss nie, auch Gott dafür zu danken.

Maria - die Rosenkranzkönigin

 

Im Hochmittelalter hat sich das Rosenkranzgebet entwickelt und wurde durch die Bettelorden (Dominikaner und Franziskaner) populär gemacht. Auch wenn im Vordergrund das „Gegrüßet seist du, Maria“ zu stehen scheint, genauer betrachtet zeigt sich, daß die Mitte des Gebets immer die Geheimnisse der Erlösung durch Jesus sind.

Vom 1. Geheimnis „Den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast“ bis hin zum „Der dich, o Jungfrau im Himmel gekrönt hat“, ist in den freudenreichen, den schmerzhaften und glorreichen Geheimnissen immer „die Frucht Deines Leibes, Jesus.“ der Punkt, auf den hin sich das Gebet konzentriert.

Mit Maria kommen wir selber ins Spiel. Sie bleibt nicht passiv und unbeteiligt: Sie öffnet Jesus den Weg in diese Welt, er kann Mensch werden. Sie geht seinen Weg mit auch wenn sie nicht versteht, sie steht unter seinem Kreuz in der tiefsten Not ihres Lebens und wird mit der Vollendung beschenkt, der sie den Weg bereitet hatte.

Dies ist auch unser Weg als Jünger Jesu: Er möchte heute wieder „zur Welt kommen“, er möchte „Fleisch“ annehmen in unserem Leben, in unseren Worten, aber noch mehr in unseren Taten. Ja, das Kreuz begleitet in vielfältiger Weise auch unser Leben, aber Vollendung, Herrlichkeit, Auferstehung ist uns verheißen, ist das Ziel unseres Weges.

Manchem erscheint das Rosenkranzgebet langweilig und viel Geplapper. Aber wenn eine(r) in einer Krise ist, Schweres zu tragen hat, ins Bodenlose zu stürzen scheint, und dann trotz aller Hindernisse und Vorbehalte so zu beten beginnt, der erfährt die Kraft dieses Gebets.

(Text von H.H.Pfr. Pfarrer Helmut Meier         

 

 

APOSTOLISCHES SCHREIBEN
SEINER HEILIGKEIT
PAPST JOHANNES PAUL II.
AN DIE BISCHÖFE, DEN KLERUS,
DIE ORDENSLEUTE
UND DIE GLÄUBIGEN
ÜBER DEN ROSENKRANZ