Vermisst - Gestohlen

Text von Arno Späth
Datum16. November 2006

Der Muttergottes- Figur in der Krippkirche in Füssen fehlt das Jesuskind. Sie trug es auf dem linken Arm, Unbekannte haben den Knaben gestohlen. Das Foto daneben zeigt die Mutter Gottes mit dem Kind und dem noch defekten Kreuz auf der Weltkugel. 

Der Muttergottes wurde das Jesuskind gestohlen

Füssen (asp). Der Muttergottesfigur in der Krippkirche wurde das Kind gestohlen. Dieser Kunstdiebstahl passierte bereits in der Zeit zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Die Ermittlungen nach dem Dieb verliefen bisher ergebnislos.

Wie die Polizei gestern mitteilte, ist das gestohlene Jesuskind eine hölzerne, frühbarocke Skulptur. Es saß auf der linken Hand der Muttergottes und ist zwischen 20 und 30 Centimeter groß. In seiner linken Hand hält es die Wehkugel. Erst vor einiger Zeit hatte der Füssener Bildhauer Alois Vogler den rechten Balken des Kreuzes auf dieser Kugel ersetzt.

Jetzt steht die Muttergottesfigur „kindlos" in der Rundbogennische an der linken Wand der Krippkirche in der Reichenstraße. Wie sich die Füssenerin Johanna Huber erinnert, halte der damalige Stadtpfarrer Christoph Kaiser jn den Jahren um 1950 diese altehrwürdige Holzplastik der "Patrona Bavariae" in diesem Rundbogen aufstellen lassen. Kaiser habe es „vor allem für die Rosenkranzbeter getan". Seit dieser Zeit bis heute treffen sich Frauen und Männer wöchentlich zweimal in der Krippkirche, um den Fatima Rosenkranz zu beten, jeweils montags und donnerstags um 17.00 Uhr. Erstmals bemerkt wurde das Fehlen des Jesuskindes von einer gläubigen Rosenkranzbeterin. „Der Schreck und unsere Empörung waren groß", erzählte Johanna Huber gegenüber unserer Zeitung. Umgehend wurde das Pfarramt St. Mang verständigt. Dieses veröffentlichte den Diebstahl in der Gottesdienstordnung und bat um Hinweise auf den oder die Täter und den Verbleib des Jesuskindes. Um die gleichen Hinweise bittet jetzt auch die Polizei. Ihrem Bericht zufolge ist die Höhe des entstandenen Diebstahl Schadens nur schwer zu schätzen. Für die Gläubigen, die sich in der Krippkirche regelmäßig zum Rosenkranzgebet treffen, ist's auf jeden Fall ein herber Verlust. Ihr gestern geäußerter Wunsch: "Spätestens an Weihnachten soll die Gottesmutter ihr Kind wieder haben. "

Wer hierzu etwas beobachtet hat, möchte sich bitte mit unserem Messner H. Ehrentreich, 
Tel. 4844, in Verbindung setzen.