Bild und Text von Markus Röck
Montag 20. November 2006

Motor hilft, schwere Türen zu öffnen
Dekan Knebel segnet neues Portal der Basilika St. Mang

Füssen (mar). "Bei manchen Türen darf es ruhig etwas Kraft kosten, sie zu öffnen", sagte gestern der Füssener Stadtpfarrer und Dekan Karlheinz Knebel bei der Segnung des neuen Portals von St. Mang. Aus Eichenholz und Bronze gestaltet werden die neuen Türen der „Gravitas" (zu deutsch „Gewichtigkeit" im Sinne von großer Bedeutung) der Basilika gerecht. Um niemanden aus dem Haus Gottes auszuschließen, ist jedoch die rechte, schwellenfrei zu erreichende Tür mit einem Motor ausgestattet. Ein Druck auf einen gelben Knopf oder ein leichter Zug an der Tür setzen die Mechanik in Gang.

Wie reich an Symbolik ein Kirchenportal st, machte Dekan Knebel bei der Segnung des Portals vor dem Festgottesdienst zum Volkstrauertag deutlich. Dabei trug er ein Gleichnis aus dem Johannes-Evangelium vor. Darin ist von der Tür eines Stalls die Rede ist, durch die der gute Hirte zu seinen Schafen tritt, die ihn erkennen und ihm folgen. „Ich bin die Tür", zitiert der Evangelist die Worte Jesu.

 
Ein Kirchenportal sei auch immer ein deutlicher Übergang vom Bereich des Profanen zu
dem des Heiligen, fuhr Knebel fort. Gerade in schwäbisch-barocken Kirchen sei ein Vorzeichen üblich, das diesen Übergang verdeutliche. Der Gläubige unterstreiche diesen Übergang, indem er sich mit Weihwasser bekreuzige, womit er auch eine symbolische Reinigung vollziehe, ehe er das Gotteshaus betrete.

Auch Türen haben Patrone

Symbolik steckt zudem darin, dass die Türen dem Heiligen Magnus und dem seligen Franz-Xaver Seelos gewidmet sind, den zwei bedeutendsten Gestalten der Füssener Kirche und ihre Namen sie in Goldschrift tragen. Sie seien durch ihr Wirken Türen zu Christus, so Dekan Knebel. Er habe mittlerweile beantragt, den im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen Franz-Xaver Seelos zum Nebenpatron der Füssener Pfarrkirche zu erklären.

 

Einleitend hatte Knebel an die schwierige Vorgeschichte mit der immer noch andauernden Auseinandersetzung um die Gestaltung des Vorplatzes von St. Mang erinnert. „Es ist uns doch gelungen, aus dem Wirrwarr, das wir erlebt haben und den Fragen zu einer Lösung zu gelangen, mit der wir zufrieden sein dürfen." Der Bad Tölzer Künstler Erwin Wiegerling habe zusammen mit seinen Handwerkern die Türen gestaltet und der Seeger Gartenbau die Plattform davor errichtet, die an der rechten Seite barrierefrei über eine Rampe zu erreichen ist. „Bei der Stufe muss man ein bissl aufpassen", erklärte Dekan Knebel, „vor allem abends mussten wir feststellen, das am Kirchplatz wenig Licht ist."

Von der neuen Plattform vor dem Kircheneingang aus segnet Dekan Karlheinz Knebel das neu gestaltete Portal der Basilika St. Mang. Die linke Tür ist der Gründergestalt der Füssener Kirche, dem Heiligen Magnus, gewidmet. Die rechte dem vor sechs Jahren selig gesprochenen aus Füssen stammenden Redemptoristenpater Franz Xaver Seelos. Foto: Markus Röck

Text von Arno Späth
14. November 2006

Neues Portal und Zugang ohne Stufen

St. Mang: Die neuen Flugeltüren am Portal der St - Mang- Kirche sind eingebaut. Bauarbeiten bis zum Volkstrauertag fertig

Füssen (asp). Das neue Portal der St.-Mang- Kirche ist eingebaut. In den nächsten Tagen erfolgen die Restarbeiten. Dazu zählt auch der ebenerdige Zugang: Gehbehinderten stehen keine Stufen mehr im Weg. Der Bauausschuss des Stadtrates beschloss in seiner vergangenen Sitzung, Kosten für die künftige Absicherung des Lichtschachtes zu ermitteln.

Ihr Lichtschacht entlang der alten Klostermauern muss im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung des gesamten Vorplatzes von 51. Mang gesichert werden, Wie? Das ist noch nicht geklärt. Im Bauausschuss wurden verschiedene Möglichkeiten und Wünsche angesprochen.

Im Rathaus werden Lösungen für die künftige Absicherung des Lichtgrabens diskutiert. die einen finanziellen Aufwand seitens der Stadt zwischen 5000 und 30000 Euro oder mehr erfordern, Wie im Ausschuss zum Ausdruck gebracht wurde. hängen die erforderlichen Kosten vor allem darin ab, in welcher Weise der Graben freigelegt und wie Betrachter vor dem Hineinfallen geschützt werden können. Der Bauausschuss erteilte der Rathaus-Verwaltung auch den Auftrag, die Kosten für die Erneuerung des Eingangs zur Annakapelle zu ermitteln.

Egal, für welche Lösung sich die Stadt entscheidet Das Landesamt für Denkmalpflege muss einverstanden sein- Das gilt auch für den bereits begonnenen Umbau des Zugangs zur St.-Mang-Kirche. Mit einem Aufwand von rund 5000 sorgt die Stadt für den behindertengerechten, ebenerdigen Weg. Bei den Vorarbeiten fürs Betonbett, auf das ein Belag aus Granit kommt, „gab es keinen archäologischen Befund". berichtete Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass der Bau des höhengleichen Zugangs zur St -Mang-Kirche keine vorgreifende Wirkung auf die geplante Neugestaltung des St -Mang-Platzes (unsere Zeitung berichtete mehrfach) habe.