Der Passions Sonntag

Die 40tägige Fastenzeit findet am Passionssonntag die erste Steigerung, die den Blick auf die entscheidende "Stunde" lenkt. Noch sind es Weichen, die aus allerlei Möglichkeiten hätten anders gestellt werden können, ohne das "Gesicht" zu verlieren. Christus geht konsequent den Weg, den Ihn sein liebender Vater Gott als den Weg zeigt, den er von seinem Sohn erwartet. So stellt sich für jeden einzelnen Menschen die Frage, verhalte ich mich so, wie es mein Vater Gott von mir erwartet oder stelle ich meine "wohlüberlegten Gründe" in den Vordergrund und weiche dem aus, was mir bestimmt ist.

Folgende Texte aus dem Schott

Jesus hat wiederholt von seiner „Stunde“ gesprochen, der Stunde seiner „Erhöhung“ durch Tod und Auferstehung. Danach wird auch die Heidenwelt ihn sehen und an ihn glauben können. „Wir wollen Jesus sehen“, sagten einige Griechen in Jerusalem. Jesus antwortete mit dem Hinweis auf sein bevorstehendes Sterben. Das Weizenkorn muss sterben, um Frucht bringen zu können.


Das "dunkle Ende" steht deutlich vor Augen, ist aber noch in der "Zukunft" verborgen.
Der Tod ist unausweichlich, seine Realität verhüllt unter einem schwarzen Tuch,
hinter das kein Mensch wirklich blicken kann.

Für den Tag und die Woche

Jesus sehen Unsere Zeitgenossen verlangen danach, heute dem lebendigen Christus zu begegnen. Sie wollen ihn mit Augen sehen, mit Händen greifen.

Wie die Pilger griechischer Herkunft, die nach Jerusalem hinaufgezogen waren, sich an den Apostel Philippus wandten mit der Bitte: „Wir wollen Jesus sehen“, so wollen unsere Zeitgenossen ihm unmittelbar gegenübertreten. Das Unglück für uns Christen ist, dass sie verlangen, Christus in jedem von uns zu sehen: wir sollen ihn durch uns hindurchscheinen lassen wie ein Kirchenfenster die Sonne.

Was der Ungläubige uns vorwirft, ist nicht, dass wir Christen sind, sondern dass wir es nicht genug sind: hierin liegt das Drama. Als Gandhi das Evangelium las, war er erschüttert und wäre beinahe Christ geworden; der Anblick der Christen hielt ihn auf und ließ ihn sich zurückziehen. Hier, wahrhaftig, liegt unsere größte Verantwortung. (Kardinal Suenens)

 

Am darauffolgenden Sonntag feiern wir den Einzug Jesu nach Jerusalem, den Palmsonntag.