Die Osternacht 2006
15. April 2006

Texte entnommen aus dem Schott

In der Osternacht ist unser Herr Jesus Christus vom Tode auferstanden und zum Leben hinübergegangen. Darum hält die Kirche in der ganzen Welt diese Nacht heilig: sie lädt ihre Söhne und Töchter, wo immer sie wohnen, ein, zu wachen und zu beten. Auch wir sind in (zu Beginn - am Ende) dieser Nacht der Einladung gefolgt. Wir begehen das Gedächtnis des österlichen Heilswerkes Christi, indem wir das Wort Gottes hören und die heiligen Mysterien feiern in der zuversichtlichen Hoffnung, dass wir einst am Sieg Christi über den Tod und an seinem Leben in Gott teilnehmen dürfen.

Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast durch Christus allen,
die an dich glauben,
das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt.
Segne + dieses neue Feuer,
das die Nacht erhellt,
und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir,
dem unvergänglichen Licht,
damit wir mit reinem Herzen
zum ewigen Osterfest gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gott,

du unwandelbare Kraft, du ewiges Licht,
schau gütig auf deine Kirche
und wirke durch sie das Heil der Menschen.
So erfahre die Welt,
was du von Ewigkeit her bestimmt hast:
Was alt ist, wird neu,
was dunkel ist, wird licht,
was tot war, steht auf zum Leben,
und alles wird wieder heil in dem,
der der Ursprung von allem ist,
in unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

Die Erzählung von Jesu Leiden und Tod gipfelt in der Osterbotschaft: Er ist auferstanden, er lebt. Das leere Grab war ein Zeichen, aber noch keine Botschaft. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen macht das Zeichen verstehbar. Die Begegnung aber ist nur möglich, wenn das Herz bereit ist, zu sehen und zu glauben. Die Liebe macht dazu fähig. Das ist auch die Lehre aus der Erzählung von den Emmausjüngern (Messe am Abend): das brennende Herz spürt die Nähe des Herrn und versteht die Wahrheit der Heiligen Schriften.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne, mit dem wir nun besprengt werden. Das geweihte Wasser soll uns an die Taufe erinnern: Gott aber erneuere in uns seine Gnade, damit wir dem Geist treu bleiben, den wir empfangen haben.

Herr, unser Gott, sei deinem Volk nahe, das wachend und betend diese Osternacht feiert. Du hast uns wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Wir gedenken deiner großen Taten und bitten dich:

Segne dieses Wasser, das uns an deine Sorge für uns Menschen erinnert. Im Anfang hast du das Wasser erschaffen, damit es der Erde Fruchtbarkeit bringt und uns Menschen zum frischen Trunk und zum reinigenden Bad wird.

Du hast das Wasser in Dienst genommen für das Werk deines Erbarmens: Im Roten Meer hast du dein Volk durch das Wasser aus der Knechtschaft Ägyptens befreit, in der Wüste mit Wasser aus dem Felsen seinen Durst gestillt.

Die Propheten sahen im Bild des lebendigen Wassers den Neuen Bund, den du mit uns Menschen schließen wolltest.

Durch das Wasser, das Christus im Jordan geheiligt hat, reinigst du im Bad der Taufe den sündigen Menschen und schenkst ihm das neue Leben deiner Kinder.

Darum sei dieses Wasser eine Erinnerung an unsere Taufe, es vereinige uns in österlicher Freude mit unseren Brüdern und Schwestern, die in dieser heiligen Nacht getauft werden, und mit allen, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren sind zum ewigen Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.

  

Ich sah ein Wasser ausgehen vom Tempel, von dessen rechter Seite.

Halleluja, Halleluja.

Und alle, zu denen das Wasser kam, wurden gerettet,
und sie werden rufen:
Halleluja, Halleluja.

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, immer und überall zu danken, diese Nacht aber aufs höchste zu feiern, da unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Denn er ist das wahre Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen. Darum jubelt in dieser Nacht der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig .....

Der neue Mensch

„Der auferstandene Christus trägt die neue Menschheit in sich, 
das letzte herrliche Ja Gottes zum neuen Menschen.
Zwar lebt die Menschheit noch im alten,
aber sie ist schon über das Alte hinaus,
zwar lebt sie noch in einer Welt des Todes,
aber sie ist schon über den Tod hinaus,
zwar lebt sie noch in einer Welt der Sünde,
aber sie ist schon über die Sünde hinaus.

Die Nacht ist noch nicht vorüber, aber es tagt schon.“

(D. Bonhoeffer)

 

  

  

        

Licht in der Osternacht, Sinnbild des Auferstandenen:
an ihm entzündet sich unser Glaube.
Am Glauben des einen Christen entzündet sich der des anderen.
Nach der Osterzeit wird die Kerze am Taufbrunnen aufgestellt.
Dort brennt sie, wenn ein Kind oder ein Erwachsener
getauft wird: zum Licht Christi auferweckt wird.
Die Osterkerze sagt uns, dass alle Gnade, alles Licht
von der Auferstehung Jesu ausgeht.

Ein herzliches Vergelt's Gott der Familie Buntin, welche nicht nur die große Osterkerze für unsere Kirche gestaltet haben, sondern auch die vielen Osterkerzen für die Pfarrgemeinde, deren Spenden hierfür dem Kindergarten St. Gabriel zufließen.

Die Osternacht / Ostersonntag 2005