Freitag 17. März um 19.00 Uhr

Ökumenische Andacht 
in der Fastenzeit

in der Pfarrkirche "Zu den Acht Seligkeiten"

Die gemeinsamen Feiern im Rahmen der beiden Jubiläen 100 Jahre evangelische Christuskirche und 40 Jahre Kirche zu den Acht Seligkeiten werden fortgesetzt.

Pfarrer Joachim Spengler greift als Prediger beim Abendlob Texte des vor 100 Jahren geborenen Dietrich Bonhoeffer auf. Am vergangenen Freitag predigte in der Christuskirche Msgr. Karlheinz Knebel über das Leben von Pater Ruppert Mayer.

  

Musikalisch gestaltet wird die ökumenische Feier von Kirchenmusikern aus den Dekanaten Schongau, Marktoberdorf und Füssen, die sich bereits nachmittags im Pfarrheim zum Regionalchortag einfinden.

Zu dieser Feier sind Sie Alle herzlich eingeladen

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„... das ist dein Fasten, wie ich es liebe:“
Gedanken zur Fastenzeit; Georg Rehm

Unter der Überschrift „Die Vorbereitung auf das kommende Heil“ und „Die wahre Frömmigkeit“ spricht der Prophet Jesaja im Kapitel 58 eine deutliche Sprache. Daraus einige Ausschnitte:

„Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!“ V 1 oder „So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör.“ V 4.

Mit diesen Worten hält er dem Volk Israel seine Gesetzesgerechtigkeit vor.
Heute könnte man sagen, Hauptsache keine Zigarette, Alkohol oder Süßigkeiten, dann habe ich genug „gefastet“. Dann würde der nächste Satz des Propheten zutreffen: „Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank, und ihr schlagt zu mit roher Gewalt.“ V 4

Dagegen setzt Jesaja eine andere Sicht des Fastens, wie sie einem den Kinderschuhen entwachsenen Glauben entspricht.

„Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. ... Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest.“ V 6-7.9

Jetzt geht es endgültig an kribblige Fragen:

  • Welche Fesseln des Unrechts sehe ich an Menschen um mich herum?
  • Wo begegne ich Menschen, die in den Seilen hängen, die Sklaven, hilflos und abhängig sind?
  • Wo leiden Menschen und der eigenen oder auch der fremden Last, die ihnen jemand auflädt?
  • Wo fehlt es Menschen am Lebensnotwendigsten? An Wohnung, Nahrung, Kleidung oder auch dem wärmenden Wort?
  • Stelle ich mich meinen familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen? Setze ich mich für die Menschen, die mir anvertraut sind oder eine wichtige Sache ein?
  • Achte ich die Würde anderer Menschen oder tratsche ich ohne Rücksicht auf Gesichtsverluste drauf los?

Diese und andere Fragen kamen mir beim Betrachten des Abschnitts aus dem Buch Jesaja. Ich lade Sie ein, beherzte Antworten zu geben und es nicht bei den Worten zu lassen, sondern diese tatkräftig umzusetzen, bei der Caritasfrühjahrskollekte, am Misereorsonntag oder einfach bei dem Menschen, der Ihnen gegenübersteht, denn „dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“ V 10

Georg Rehm
Aus dem Pfarrbrief Regenbogen März 2006

Ökumene Jahresbeginn