Text und Bild Werner Hacker; AZ; Füssener Blatt 5. Juli 2006

Eine reife Leistung des Motettenchores
Beeindruckende künstlerische Leistung zur Vesper

Füssen (ha). Zur feierlichen Vesper am Tag Mariä Heimsuchung kamen über 100 Besucher in der Basilika St. Mang. Monsignore Karlheinz Knebel schilderte in einer Ansprache Marias Begegnung mit ihrer Base Elisabeth. Unter der Leitung von Regionalkantor Albert Frey sang der Motettenchor Füssen - Kammerchor der Stadtpfarrei St. Mang - den Hymnus „Ave maris stella". Die Lobpreisung der Mutter Gottes war eine besonders beeindruckende künstlerische Leistung in einer spirituellen Stunde, mit der die Reihe „Geistliche Abendmusik" fortgesetzt wurde.

Begleitet von einem Instrumentalensemble umrahmte der Motettenchor die liturgische Feier mit Werken von Mozart. Bei Mozart denkt man sofort an große Opern, doch der dieses Jahr besonders gefeierte Komponist von Weltrang stellte seine Genialität bekanntlich auch in den Dienst der Kirche. Wer kennt nicht das je Deum"? Dem Kammerchor St. Mang gelang an unter der souveränen Leitung von Albert Frey eine Aufführung, in der das oft gehörte Werk besonders sensibel und gleichzeitig kraftvoll interpretiert wurde.

„Vesperae solennes de Confessore" schrieb Mozart 1780 für den Salzburger Dom. In ih

rem Aufbau mit fünf Psalmen und dem „Canticum Magnifikat" folgt diese Vesper einer strengen liturgischen Ordnung. Zum stillen Mitlesen war an die Zuhörer ein Blatt verteilt worden, das die lateinischen Texte und ihre deutsche Übersetzung wiedergab. „Ich will dich aus meinem ganzen Herzen preisen" und die anderen geistlichen Lieder erklangen so voluminös, dass es eine wahre Freude war.

Die über 30 Mitwirkenden der Vesper sangen und musizierten bei der großen Orgel - damit blieben sie für die Gläubigen unsichtbar. Eine Vesper ist eben kein Konzert! Der gemischte Chor überzeugte mit einer reifen Leistung - die Generalprobe war laut Frey alles andere als ein Genuss. Die gut harmonierenden Instrumentalisten aus Füssen und natürlich die Solisten ließen den Wunsch aufkommen, das in Freizeitstunden mit viel Leidenschaft und Disziplin einstudierte Programm möglichst bald nochmals hören zu dürfen. Mächtig stolz durften alle sein, allen voran die Sopranistin Dorothea Mertens.


Unsichtbar für die Gläubigen sang der Motettenchor Füssen zur Vesper in St. Mang. Doch das tat dem Genuss kaum einen Abbruch. Allgemeiner Wunsch: Man möge dieses Konzert noch einmal hören.

• Der nächste Abend mit Geistlicher Abendmusik findet am Sonntag, 9. Juli, um 18 Uhr statt. In der Spitalkirche Heiliger Geist singt die Capella Sancti Magni.


Bild von Werner Hacker, Freier Journalist, für den Motettenchor.

Motettenchor 2005