Das Manger-Fest
Sonntag, den 10. September 2006

Artikel von Arno Späth; AZ; Füssener Blatt; Dienstag den 5. September

Wein und Böller zum Magnusfest

Füssen feiert Schutzpatron - Papstmesse hat Vorrang

Wenn Papst Benedikt XVI. am Sonntag in München die heilige Messe feiert, dann sollen die Gläubigen in Füssen nicht gleichzeitig den Gottesdienst in St. Mang besuchen müssen. Obwohl in Füssen am Sonntag eines der bedeutendsten Feste gefeiert wird: das Magnusfest. Wegen des Papst-Besuches wird das feierliche Hochamt zum Abschluss der Magnus-Festwoche auf Sonntagabend, 19 Uhr, verlegt. Mit anschließender Lichterprozession durch die Altstadt und Verehrung der Magnus-Reliquien in der Kirche.

Auf einem roten Plakat werden die Kirchenbesucher im Vorzeichen der Stadtpfarrkirche St. Mang auf Papstbesuch und Magnusfest aufmerksam gemacht. „Um den Gläubigen die Teilnahme an der Papstmesse in München via Fernsehen zu ermöglichen", steht hier Schwarz auf Rot, „ändern wir das Programm des Magnusfestes am Sonntag, 10. September: 9 Uhr Heilige Messe in St. Mang und in Acht Seligkeiten."

Ursprünglich sollte das Feierliche Hochamt zum Magnusfest ebenfalls am Sonntag um 10 Uhr beginnen. Um nicht mit der Fernsehübertragung der Papstmesse zu kollidieren, wird nun das Hochamt in St. Mang am Sonntag um 19 Uhr als Abendgottesdienst gefeiert.

 

Musikalisch besonders gestaltet von Chor und Orchester mit der „Missa brevis in D-Dur KV 194" und dem je Deum KV 141", beides von Wolfgang Amadeus Mozart.

Nach diesem Hochamt beginnt wie alle Jahre die Lichterprozession durch die Füssener Altstadt. An ihr beteiligen sich neben den Gläubigen die Fahnenabordnungen der Füssener Vereine. Auf dem Weg von St. Mang über Lechhalde, Brotmarkt, Brunnen-, Schrannengasse und Reichenstraße finden auf dem Schrannenplatz und am festlich von Mitarbeitern der Stadtgärtnerei geschmückten Stadtbrunnen so genannte Statios statt: Dabei wird gebetet und werden Texte aus der Magnus-Vita gelesen.

Apropos Magnus-Vita: Das Leben und Wirken des heiligen Magnus begegnet Besuchern der Stadtpfarrkirche auf Schritt und Tritt. Auf großflächigen Deckenfresken und Wandgemälden sind die Legenden und Wunder dargestellt, die Magnus während seiner Zeit in Füssen vollbracht haben soll. Alle Darstellungen berichten von der Glaubensstärke und dem Gottvertrauen des Heiligen und sie sagen dem Betrachter: „Wenn man verzweifelt ist, den Mut nicht verlieren, sondern wie Magnus auf Gott vertrauen."

850 Liter werden gesegnet

Die Magnus-Festwoche in Füssen beginnt am heutigen Dienstag mit der Magnusandacht um 19 Uhr in St. Mang. Dabei werden die aus Südtirol importierten 850 Liter Magnuswein gesegnet. Nach dieser und nach allen weiteren Andachten und Gottesdiensten wird der Rotwein im Vorzeichen der Kirche St. Mang für fünf Euro pro Liter-Flasche verkauft. Bis einschließlich Freitag findet täglich um 19 Uhr die Magnusandacht statt. Eine Ausnahme bildet der Mittwoch, 6. September, der eigentliche Magnus-Tag: Statt der Andacht wird eine Heilige Messe gefeiert. Am Samstag beginnt die Andacht bereits um 17 Uhr, um 18 Uhr schließt sich die Vorabendmesse an. Höhepunkt der Magnus-Festwoche ist am kommenden Sonntag das feierliche Hochamt um 19 Uhr. Zu ihm werden auch die Wallfahrer aus Acht Seligkeiten. Vils/Tirol und Weißensee erwartet. Nach der sich anschließenden Lichterprozession durch die Altstadt wird vor dem Kirchenportal auf dem Magnusplatz das Magnusfeuer als Symbol des Glaubens gesegnet. Bei dieser Zeremonie wirken auch die Füssener Böllerschützen mit.

Magnusfest 2005

Diese Gemälde (siehe Zeitung) in der Stadtpfarrkirche St. Mang in Füssen zeigt den heiligen Magnus, seine Legenden und seine Wunder. Auf dem Bild links springt er mit Hilfe eines Engels, den ihm Gottgeschickt hatte, über die Lechschlucht (Lusalten) und bringt sich so vor den heidnischen Priestern in Sicherheit. Magnus segnet mit seinem Stab das Wasser und bannt mit Hilfe Gottes Gefahren Auf dem Bild daneben kniet Magnus, betet und dankt Gott. Er hatte ihm drei Bären geschickt. Die Tiere entwurzeln einen Bau. An dieser Stelle am Säuling fand Magnus Eisenerz. Fotos: Späth