Freitag, 22. Dezember 2006

 

Ein Leben geprägt von
Glauben und Helfen

Zum Tod von Gustav Knebel

Heute um 11 Uhr findet das Requiem in St. Mang statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Alten Friedhof St. Sebastian.

Füssen (rea). Als Gustav Knebel 90 Jahre alt wurde, da wünschte er sich, „dass es mir einigermaßen gut geht, ich geistig wach bleibe und a bissle laufen kann". Gut ein Jahr lang hat ihm der Herrgott, auf den er Zeit seines Lebens baute, diese Wünsche noch einigermaßen erfüllt. Jetzt, im gesegneten Alter von 91 Jahren, starb Gustav Knebel, der sich nicht nur politisch um seine geliebte Heimatstadt Füssen verdient gemacht hat.

„Der Knebel Guschtl" war ein Füssener durch und durch, zuhause am Lech beim Bleichertörle: Wenn es nur der Stadt und ihren Menschen gut geht - auch das war noch ein Wunsch am 1. Dezember 2005, als er 90 Jahre alt wurde. Dass es der Stadt gut geht, war ihm ein Herzensanliegen, als er 1945 aus dem Krieg heimkehrte. Seine rechte Hand hatte er verloren. doch nicht seine Zuversicht und erst recht nicht seinen Glauben. Theologie hatte er studieren wollen, doch auch diesem Wunsch machte der Krieg einen Strich durch die Rechnung

„Wir sind der gleiche Jahrgang und kamen beide 1945 aus dem Krieg zurück. Wir hatten die gleiche politische Einstellung und wussten, dass wir etwas tun müssen", erinnert sich Hans Ziegler an die Anfänge der politischen' Tätigkeit von Gustav Knebel. Zusammen gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern der CSU in Füssen. Und sein Freund Gustav, so Ziegler weiter, „war ein von christlich-sozialem Gedankengut weit voraus geprägter Mann".

45 Jahre lang im Stadtrat

Als Leiter des Flüchtlings- und später Ausgleichsamtes hat Gustav Knebel ebenso soziale Spuren hinterlassen wie als Mitbegründer der Kriegsopfersiedlung in Füssen 1951. 1948 wurde er erstmals in den Stadtrat gewählt und gehörte diesem Gremium 45 Jahre lang an. Von 1974 bis 1984 war er Zweiter Bürgermeister, von 1978 bis 1984 auch stellvertretender Landrat. So kommt es, dass nicht nur die Füssener Stadtpolitik, sondern auch die Kreispolitik die Handschrift des CSU-Mannes trägt. Alle Auszeichnungen, die Gustav Knebel erhalten hat. hat er wirklich auch verdient-.

betont Hans Ziegler: der Goldene Ehrenring der Stadt Füssen, die Kommunale Verdienstmedaille, das Bundesverdienstkreuz und - vielleicht sogar die wichtigste Ehrung - der päpstliche Orden „por ecclesia et pontifice". Damit würdigte Papst Johannes Paul Il. den festen Glauben und das christliche und überzeugt katholische Wirken in der Stadt und im Landkreis.

Spenden für die neuen Portale

Die vielleicht wichtigsten und wertvollsten Tage im Leben von Gustav Knebel und seiner Frau Amalie dürften die Tage gewesen sein, als ihr Sohn Karlheinz zum Priester geweiht und später Stadtpfarrer von Füssen St. Mang wurde. Dieser Kirche war Gustav Knebel bis zum Schluss innig verbunden, auch als er nicht mehr seine Spaziergänge durch die Stadt machen konnte und für jeden ein nettes Wort und Zeit für einen Hoigarte hatte. Und diese Verbundenheit drückt sich über den Tod von Gustav Knebel hinaus aus. Denn statt Blumen und Kränzen auf dem Grab wünscht sich die Familie um Monsignore Karlheinz Knebel Spenden für die neuen Portale von St. Mang.

 

Christsoziales Denken und Handeln und seine Liebe zu Füssen prägte sein Leben: Füssens früherer Zweiter Bürgermeister Gustav Knebel starb nur wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag. Archiv-Foto: Arno Späth