Text und Foto: Sebastian Rehm

7 Solisten des Ludwig²-Musicals traten vor einer randvollen Kirche für an Krebs erkrankte Kinder auf. 
Zusammen mit einigen anderen Instrumentalkünstlern gaben sie internationale Weihnachtslieder zum Besten und begeisterten das Publikum für einen guten Zweck.


Suzan Zeichner und Thomas Königs

Text: Klaus Bielenberg / AZ / Füssener Blatt / 21. Dez 2005

Verschiedene musikalische Welten
beim Weihnachtskonzert in St. Mang

„Es gibt keine Tickets mehr“, lautete die Antwort für Musikliebhaber, die noch an der Abendkasse Karten für das Weihnachts- und zugleich Benefizkonzert für krebskranke Kinder erwerben wollten. Der Grund lag wohl darin, dass bekannte Stars des Füssener Musicals, voran Janet Chvatal, die Ausführenden waren. Das Programm bot einen Mix vom Musical über die Oper und dem eigentlich geistlichen Gesang bis zu so genannten Weihnachtshits. Es war beachtlich, dass die Künstler jedem musikalischen Genre gerecht wurden. So war das Aufeinandertreffen verschiedener musikalischer Welten für das Publikum kein Wagnis. Dies bewiesen auch die stehenden Ovationen am Schluss des Konzertes.

Im Kirchenraum ungewohnt waren die Playbacks, die bei verschiedenen Stücken eingespielt wurden, wie beispielsweise bei dem Lied „ Hohe Berge“, gleichsam der Erkennungsmelodie des Musicals Ludwig 2 . Janet Chvatal sang es mit gewohnter Sensibilität und feiner dynamischer Schattierung. Gut aufeinander abgestimmt brachte sie mit Suzan Zeichner das Blumenduett Lakme von Delibes zum Vortrag. Das Flair der Oper zeigte sich bei den klar herausgearbeiteten Koloraturen. Jan Ammann sang in etwas tieferer Tonlage mit Begleitung der Orgel das Ave Maria von Bach/Gounod mit warmer, modulierter Stimme. Hohe Stimmkultur bewies Marc Gremm mit der Arie „O du mein holder Abendstern“ von Richard Wagner. Für Albert Frey, der die Begleitung an der Orgel übernahm, war dies sicher kein leichtes Unterfangen. Er meisterte insgesamt seine Parts mit Bravour. Die Händel- Arie „Lascia Ch´io Pianga“ wurde glockenrein und innig mit entsprechendem barocken Ausdruck von Suzan Zeichner dargeboten. Mit beherrschter Dynamik schwang sich Janet Chvatal beim Vortrag des „Vater unser“ in strahlende Höhen. Nils-Holger Bock gestaltete seinen Beitrag „die Rose“ mit einschmeichelndem Bass.

In verschiedene musikalische Welten begaben sich die Stars des Musicals „Ludwigz" bei ihrem Benefizkonzert für krebskranke Kinder in der voll besetzten Basilika St. Mang. Die Künstlerinnen und Künstler wurden dabei jedem Genre gerecht. Unser Bild zeigt von links die Herren Nils-Holger Bock, Marc Gremm und Jan Ammann, ebenfalls von links die Damen Janet Chvatal, Suzan Zeichner, Barbara Obermeier und Kimberly Kate.          Foto: E. Bielenberg

Sangen die Künstler im ersten Teil des Programms wohl wegen der Orgelbegleitung von der Empore, so nahmen sie im zweiten Teil Aufstellung vor dem Hauptaltar. Bekannt waren den meisten Zuhörern die folgenden Weihnachtshits aus Amerika: „I am dreaming of a white Christrmas“, „Winter Wonderland“, und „Silver Bells“ . Die Aufführenden waren Kimberly Kate, Barbara Obermeier, Janet Chvatal und Jan Amman. Bei Chvatal und Amman fiel im Duett von „Silver Bells“ die Schmiegsamkeit der Stimmen auf, die sie auch im Musical zeigen. Suzan Zeichner erfasste voll den Stimmungsgehalt von „Greensleeves“ , einem an sich mittelalterlichen Lied aus dem 16. Jahrhundert, das als Volkslied große Beliebtheit in England erreichte. Die Gitarrenbegleitung von Thomas Königs von der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg auch in den folgenden Beiträgen war einfühlsam und hatte entscheidenden Anteil für den künstlerischen Ausdruck. Ein Höhepunkt war sicher das „Ave Maria“ von Schubert, das von Chvatal in seiner musikalischen Aussage trefflich ausgelotet wurde und somit die Herzen der Zuhörer erreichte. „Silent Night“ wurde zuerst von den Künstlern dargeboten, schließlich gesellte sich das Publikum beim deutschen „Stille Nacht“ dazu. Nach der Zugabe „Have yourself a merry little Christnmas“ zeigte sich Freude bei den Künstlern und beim Publikum. Nach den Worten von Monsignore Karlheinz Knebel bedeutete das Konzert für die krebskranken Kinder ein „Benefizium“ (eine Wohltat).