Wir machen uns auf den Weg
(Bericht vom Februar 2005)

Ein "Wegegottesdienst" hat seinen Namen von den in der Kirche zurück zu legenden "Wege" bekommen. Am Freitag den 18. 02. 05 stand im Vordergrund das Verhältnis zu Gott, dem Vater; Versöhnung; Beichte.

Im Hauptportal wurde eine Geschichte von einem kleinen Mädchen erzählt, die beim Spielen eine Vase herunter gestoßen hat und die dabei in tausend Scherben zerbrochen ist. Sehr eindruckvoll wurde dabei wirklich eine Vase fallen gelassen und der Schreck zuckte durch alle Kinder. "Es ist nicht mehr möglich, die Vase zu retten - was kann ich tun, wenn Vater nach Hause kommt?"

Orte der Reue wurden aufgesucht. Dabei ging eine Hälfte in die Taufkapelle, die Anderen in die Marienkapelle. Dort wurde gemeinsam überlegt, was man machen kann, um die Sachlage wieder in Ordnung zu bringen. "Sich für das Missgeschick entschuldigen, sagen, dass es einem leid tut."

Gemeinsam traf man sich vor dem Altar, bei dem ein Kreuz aufgebaut war. Die Kinder legten ihre "Scherben", ihre Sorgen vor den Gekreuzigten.

  

Am Sonntag brachten die Kinder diese Scherben in die Stadtpfarrkirche nach St. Mang.

Ein herzliches "Vergelt's Gott" für Manfred Sailer, der alle Bilder zur Verfügung gestellt hat

Folgender Text und ein Bild von Manfred Sailer in der AZ / Füssener Blatt Donnerstag den 24. Feb. 2005

In der Pfarrkirche Acht Seligkeiten hatten die angehenden Kommunionkinder symbolische
Scherben hinterlassen. In St. Mang setzten sie die Puzzleteile wieder zusammen und trugen anschließend mit Brigitte Böck vor dem Altar die Fürbitten vor. 

Gemeinsam auf dem Weg sein
Füssener Kinder bereiten sich auf Erstkommunion vor

Füssen (sai). Bereits auf vollen Touren läuft die Vorbereitung für die Erstkommunionkinder in der Pfarreiengemeinschaft Füssen. Unter der Leitung von Brigitte Böck und Petra Jaumann-Bader sowie der Mithilfe von zwei Vätern und sechs Müttern werden die Kinder in vier Gruppen bereits seit dem 1. Advent auf die Feier der Ersten Heiligen Kommunion hingeführt.

In der Pfarrkirche zu den Acht Seligkeiten wurde im Rahmen dieser Hinführung ein weiterer Wegegottesdienst gefeiert. Ausgehend von einer Geschichte, in der ein Mädchen beim Spielen eine Vase zerbrochen hatte diese Szene wurde echt inszeniert - erarbeiteten die Kinder in zwei Gruppen Lösungen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Was tun mit den Scherben? Man kann die Scherben keinem anderen in die Schuhe schieben oder einfach unter den Teppich kehren, man muss lernen, seine Fehler einzugestehen. Das führt gleich hin zum kommenden Wochenende, so Dekan Karlheinz Knebel in seiner Ansprache, an dem die Kommunionkinder zum ersten Mal zur Beichte gehen dürfen.

An Stelle der vom Messner beseitigten echten Scherben legten die Kinder am Ende symbolisch große Puzzleteile aus Pappe bei einem Kreuz an den Stufen des Altares nieder. Fortsetzung war im Pfarrgottesdienst in der Pfarrkirche St. Mang, wo die Kommunionkinder die symbolischen Scherben (Puzzleteile) an einer Pinnwand zu einem strahlenden Bildnis von Jesus Christus zusammenfügten.

Scherben, so Dekan Knebel in seiner Predigt, hat wohl auch schon jeder Erwachsene einmal auf seinem Lebensweg gehabt. In Scherben gehen kann nicht nur Glas, ebenso zerbrechen können Vertrauen oder Freundschaften. Die Möglichkeit, diese Probleme (Scherben) vor den Herrn hinzutragen zu dürfen, kann zur Befreiung davon beitragen.

Bis zur Feier der Erstkommunion am 3. April sollen die Kinder weiterhin in behutsamen Schritten "gemeinsam auf dem Weg" zu Gott hingeleitet werden.