Text und Foto vom Manfred Sailer / AZ Füssener Blatt 22. Februar 2005

Paare in St. Mang und das Chagall-"Liebespaar"

   Mehr als 60 Paare und fast 200 Besucher insgesamt - es waren auch Menschen eingeladen, die ihren Partner nur im Herzen mitbringen konnten - versammelten sich zum Abendlob mit Paarsegnung in der Füssener Pfarrkirche St. Mang. 
   Die Gedanken zur Einführung von Dekan Karlheinz Knebel bezogen sich auf den römischen Priester Valentin, der Paare segnete und vermählte, die das vor dem römischen Gesetz nicht durften. Damit zog er sich den Unmut des Kaisers zu und das führte letztlich zu seinem Martyrium.
   Die zweite Tradition des 14. Februar war die Darstellung des Herrn im Tempel (Lichtmess) nach dem ostkirchlichen Kalender, der das Weihnachtsfest am 6. Januar feiert. 
   Die dritte Quelle, aus der die Tradition des Valentinstages hervorging, ist das römische Fest der Göttin Juno, der am 14. Februar Blumen gebracht wurden und die hauptsächlich in Beziehungsfragen und Heiratsangelegenheiten um Rat gefragt wurde. 

   Zwei Ehepaare trugen alttestamentliche Bibeltexte zum Hohen Lied der Liebe vor. Eine tiefsinnige Bildmeditation zum Gemälde "Liebespaar mit Blumenbouquet und geigespielendem Engel" von Marc Chagall, passende Musik, Texte und Gebete vertieften die Zweisamkeit, die an diesem Abend vor Gott gefeiert wurde. 
   Die persönliche Segnung der Paare gab dem Abendlob einen würdigen Abschluss.


                                                               
         Text/Foto: Manfred Sailer

Stärker als der Tod ist die Liebe

Erstmals fand ein Abendlob für Paare
Am 13. Februar, 18 Uhr, 
zum Valentinstag in der Füssener Stadtpfarrkirche St. Mang statt. 

  

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, 
so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, 
und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich all meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, 
und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Korinther Kapitel 13 Vers 1

 

Allmächtiger Gott,
du hast den heiligen Valentin befähigt,
als Missionar und Bischof
den Menschen seiner Zeit ein treuer Helfer zu sein.
Wecke in uns das Bewusstsein,
dass wir füreinander verantwortlich sind,
und hilf uns, einander im Glauben zu stützen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Text von Georg Rehm, AZ Füssener Blatt, Donnerstag, 10. Feb.2005

Die Einladung:

Egal ob frisch verheiratet, kurz vor der Diamantenen Hochzeit - oder frisch verlobt, sind an diesem Abend alle Paare eingeladen, die ihre Beziehung bewusst unter den Segen Gottes stellen wollen. In Bildern, Liedern, interessanten Texten der Bibel soll an diesem Abend die Zweisamkeit vor Gott im Vordergrund stehen. 

Der heilige Valentin, dessen Fest bis zur Liturgiereform am 14. Februar gefeiert wurde, wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Das Symbol des Valentinstages, das Herz, zieht sich von der Einladung über die Plakate bis zum Liedblatt durch. Der Legende nach soll der Heilige Paaren in aussichtslosen Situationen geholfen haben. 

Zur Gestaltung tragen Dekanatskantor Albert Frey und die Bands "Mangos" und "?" bei. Dazu wurden Musik, meditative Elemente, anregende Texte, Bilder und Gesten vorbereitet. Am Ende des Gottesdienstes besteht für die Paare die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen. Anschließend ist noch genug Zeit, die Zweisamkeit beim Besuch eines der vielen Funkenfeuer zu vertiefen.