Artikel aus der AZ / Füssener Blatt, den 11. April 2005 von Georg Rehm 

Erinnerungen an Johannes Paul II.
Bei Requiem in St. Mang

Füssen (reh). Auch in Füssen haben sich am Freitag Abend zahlreiche Gläubige zu einer Trauerfeier versammelt, in der des verstorbenen Papstes Johannes Paul Il. gedacht wurde. Gestaltet mit gregorianischen Chorälen zelebrierten mehrere Priester gemeinsam die Messe in der Stadtpfarrkirche St. Mang.

Stadtpfarrer und Dekan Karlheinz Knebel erinnerte in seiner Predigt an die Person und das Wirken des Papstes während seines langen Pontifikats. Von seinem öffentlich gezeigten Leiden und der Treue zu seinem Dienst bis zur Faszination, die der Verstorbene auf jugendliche in aller Welt ausübte spannte er den Bogen. Mit dem offiziellen Sterbebild konnten die Gläubigen eine lebendige Erinnerung mitnehmen. Am Ende der Messe schilderte Knebel eine persönliche Begegnung. Nach einer Messe, die Bischof Stimpfle früh um 6 Uhr mit seinen Dekanen zusammen mit dem Papst in dessen Privatkapelle im Vatikan feierte, kam es beim anschließenden Händeschütteln zu folgender Begebenheit. Obwohl an diesem Tag noch viele Termine, unter anderem ein Gespräch mit dein damaligen russischen Präsidenten Michael Gorbatschow anstand, nahm sich der Papst viel Zeit für einen kleinen gebückten Mann. Bei der Verabschiedung sagte der Papst, dieser Mann habe für Christus 30 Jahre in chinesischen Gefängnissen gesessen. Damit zeigte Knebel nochmals die Vorliebe des verstorbenen Papstes für die notleidenden Menschen und seinen Einsatz gegen den Kommunismus auf.

Vier Priester feierten in St. Mang in Füssen gemeinsam die Messe für den verstorbenen Papstjohannes Paul II., dessen Bild beider Osterkerzestand (von links): Pater Kasimir Zdrzalek, Monsignore Karlheinz Knebel, Pfarrer Kazimierz Piotrowski und Pater Nathanael Hausn er, der Guardian des Füssener Franziskanerklosters. Fotos: Georg Rehm

Nimm hin, O Herr, meine ganze Freiheit.
Nimm an mein Gedächtnis,
meinen Verstand,
meinen ganzen Willen.
Was ich habe und besitze,
hast du mir geschenkt.
Ich gebe es dir wieder
ganz und gar zurück
und überlasse alles dir,
dass du es lenkst
nach deinem Willen.

Nur deine Liebe
schenke mir mit deiner Gnade.
Dann bin ich reich genug
und suche nichts weiter.

Ignatius von Loyola

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