Das Manger-Fest
Sonntag, den 4. September 2005

Die Verehrung des Heiligen Magnus, des Apostel des Allgäus, wird in Füssen nicht nur schon seit Jahrhunderten gepflegt, sondern ist uns ein Anliegen, besonders auch für unsere Gegenwart.

Vor über 1200 Jahren hat Magnus das Licht der Botschaft des Evangeliums in unserer Heimat entzündet. Kraftvoll hat er sich den Mächten der Finsternis entgegengestellt und den Drachen des Unglaubens, der Furcht und der Gottlosigkeit durch das Kreuz Jesu Christi besiegt. Magnus, ein Mann tiefsten Gottvertrauens, hat in der Nachfolge Christi das Wort Gottes in den Acker der Gemeinde von Füssen gesät. Das Wort ist reichhaltig aufgeblüht, nicht nur in der Geschichte des Benediktinerklosters St. Mang, in dem bis 1803 das Lob Gottes gesungen wurde, sondern auch in einem Glaubensleben, das hineingedrungen ist in das Füssener Land.

Wir wollen in unserer Zeit Magnus tatkräftig verehren und wir können dies am besten tun, wenn wir das Beispiel seines Glaubensmutes, seines tiefen Gottvertrauens nachahmen. Das Wort Gottes, die Kraft des Kreuzes Jesu Christi, sie sollen auch in uns einen fruchtbaren Boden vorfinden, damit ein reichhaltiges Leben darauf aufblühe, das geprägt ist von Glaube, Hoffnung und Liebe, das dem Bösen zu widerstehen weiß und dem Guten verpflichtet ist.

Seine Fürbitte am Throne Gottes ist uns gewiss, seine Glaubenskraft soll auch uns helfen, in den Wirren und Nöten unserer Zeit den rechten Weg zu Gott in dieser Welt zu finden, wie es uns Magnus vorgelebt hat. Er hat Gott nichts vorgezogen, ihm mit ganzer Kraft gedient und hat dadurch in seiner Zeit den Menschen Gottes Heil aufleuchten lassen. Wenn wir ganz Gott dienen, wird auch uns sein Heil geschenkt.

»St. Mang steh auf mit alter Kraft und neuem G'walt«, und leite uns durch dein Beispiel und mit deiner Fürsprache auf den Weg zu Gott. 

Karlheinz Knebel,
Stadtpfarrer von Füssen St. Mang 
am Magnusfest 6. Sept. 1988


Wallfahrer aus Weißensee und der Pfarrei "Zu den Acht Seligkeiten"


Pfr. Piotrowski mit der Magnusreliquie, Msgr. Knebel mit dem Magnusstab und Pfr. Schneider


St. Mang wird in einer Lichterprozession durch die Altstatt getragen. 

O Gott, der du uns den heiligen Magnus zum besonderen Schutzpatron unseres Ortes und der ganzen Gegend gegeben und als besonderes Vorbild in der Nachfolge Christi uns aufgestellt hast, gib uns die Gnade, ihn so zu verehren, dass er uns in allen Anliegen des Leibes und der Seele seinen Schutz gebe und wir durch seine Fürbitte von deiner Güte alles erhalten, was uns zum ewigen Heile nötig ist, durch Christus unseren Herrn. Amen.


Von Dr. Donatius Haugg, Benefiziat  in den 30er Jahren in Füssen.

  

Magnusfeuer und Böllerschüsse, Zeichen der Wehrhaftigkeit gegen das Böse. 

  

Die Verehrung des Magnusstab und der Magnusreliquie. 

Gebet zur Verehrung des heiligen Magnusstabes

Sei mir gegrüßt, ruhmreicher Stab des heiligen Magnus! Mit dir hat der heilige Missionar die großen Wanderungen gemacht, mit dir die Unbilden und Gefahren gemeistert. Wie einst Moses mit dem Stab die Fluten des Roten Meeres geteilt hat, um dem auserwählten Volke eine geebnete Straße durch das Meer zu bahnen, so war es auch der Stab des heiligen Magnus, durch den du, o Gott, dem Glauben und der Gnade in die Herzen der Menschen Eingang bereitet und die höllischen Geister vertrieben hast. Wunderbar bist du, o Gott, in deinen Heiligen. 

Christi Gnade und Gebote seien auch mir der starke Stab, die feste Stütze, damit ich auf dem Weg zu Gott nicht erliege. Heiliger Magnus, bitte für mich, unterstütze mich in meinem Streben, jederzeit die Nachfolge Christi zu gehen! Amen.

Viele Pilger nehmen sich zum Andenken noch eine Flasche Magnuswein mit nach Hause. 

Der Große Leuchter mit dem Ewigen Licht, der nur zu diesem Fest angezündet wurde, wird zum löschen der Kerzen herunter gefahren. Feierabend! 

Text von Georg Rehm / AZ Füssener Blatt vom 6. Sept. 2005

Beim Magnusfest
Reliquien berührt

Gläubige feiern mit Gottesdienst und Lichterprozession

Füssen (reh). Gut gefüllt war die Stadtpfarrkirche St. Mang in Füssen am Sonntagabend beim Festgottesdienst zum Magnusfest. Eine Wallfahrtsgruppe aus den beiden anderen Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft begrüßte Diakon Alfred Hofmann bereits vor dem Gottesdienst. Für einen zusätzlichen festlichen Rahmen sorgten auch die Fahnenabordnungen der Füssener Vereine.

In seiner Predigt griff Monsignore Karlheinz Knebel zwei aktuelle Ereignisse auf und verband sie mit dem Magnusfest. Das Bischofswort zur Wahl nutzte er, um nochmals an die Verantwortung des Einzelnen im Blick auf die Probleme unserer Zeit zu erinnern, wie sie der heilige Magnus zu seiner Zeit zum Wohl der Menschen gelöst hat. Zum anderen erinnerte er an die Bilder aus New Orleans.

In dieser Stadt liegt der selige Franz Xaver Seelos begraben. Er ging in der Füssener St.Mang-Kirche am Grab des Heiligen als Sohn des Mesners die ersten Schritte des Glaubens. Sie führten ihn dann als Redemptoristen in die Südstaaten der USA. Dort wirkte er im Einsatz für andere Menschen, nach dem Vorbild des heiligen Magnus.

Obwohl er keine Nachricht über die Situation um die Begräbnisstätte von Pater Franz Xaver Seelos in der St. Mary-Kirche in New Orleans hat, geht Knebel davon aus, dass viele Menschen in ihrer Not diesen hochverehrten Seligen um seine Fürsprache und Hilfe bitten. (Füssener beten für New Orleans)

Ehrensalut der Böllerschützen

Nach dem Gottesdienst wurden das Magnusfeuer entzündet und die barocke Magnusfigur sowie die Reliquien des Heiligen in einer Lichterprozession durch die Innenstadt getragen. Nach dem Einzug auf dem Magnusplatz unter dem Ehrensalut der Böllerschützen segnete Knebel das Feuer mit dem Magnusstab und lud alle Anwesenden zur Anberührung der Reliquien ein.

Text und Bild von Arno Späth / AZ Füssener Blatt vom 3. Sept. 2005

Pfarreiengerneinschaft Füssen feiert das

Magnusfest

Am Sonntag Lichterprozession - Magnuswein wird gesegnet

Füssen (asp). Der eigentliche Magnustag ist der 6. September. Traditionell feiern die Gläubigen den Schutzpatron von Kirche und Stadt eine Woche lang mit Festgottesdiensten, Andachten und Wallfahrten. Auftakt ist am heutigen Samstag um 17 Uhr mit der ersten Magnusandacht. Höhepunkt der kirchlichen Feiern ist am morgigen Sonntagabend die Lichterprozession durch die Altstadt.

Die Verehrung des heiligen Magnus ist in Füssen nicht zu übersehen:
Der Stadtbrunnen mit der Figur des "Drachentöters Magnus" wurde zum Auftakt der so genannten Magnusoktav mit Blumen und Girlanden geschmückt. Hier führt (wenn es die Witterung erlaubt) am Sonntag zum
Abschluss der Patroziniums-Feierlichkeiten die Lichterprozession vorbei.

Sie beginnt nach der 19-Uhr-Messe und führt die Gläubigen durch die Altstadt. Zu ihnen zählen auch die Wallfahrer aus Weißensee und der Füssen-West-Pfarrgemeinde Zu den Acht Seligkeiten. Auf dem Kirchplatz vor St. Mang wird das Magnusfeuer entfacht, die Magnusreliquien werden verehrt.

Bereits am heutigen Samstag beginnen die Feiern zur Verehrung des heiligen Magnus um 17 Uhr in der St.-Mang-Kirche mit der ersten Magnusandacht. Dabei wird wie in den vergangenen Jahren der Magnuswein gesegnet. Er stammt aus Südtirol. Dort hatte das Füssener Benediktinerkloster St. Mang seine Weinbaugebiete. Der Sonntag beginnt um 7 Uhr mit dem Festgeläut der Glocken im Kirchturm von St. Mang, der Festgottesdienst zum Patrozinium um 10 Uhr.

In der kommenden Woche finden von Montag bis einschließlich Freitag. 9. September, jeweils um 19 Uhr Magnusandachten in St. Mang statt. Am Dienstag, dem eigentlichen Magnus-Tag. wird anstelle der Andacht eine heilige Messe gefeiert.

Kranke geheilt

Magnus kam von St. Gallen ins Allgäu nach Schwangau und nach Füssen und verkündete hier das Evangelium. In Füssen errichtete er seine Zelle, aus der sich später das bedeutende Benediktinerkloster St. Mang entwickelte. Der heilige Magnus wird auch „Apostel des Allgäus" genannt. Er ist der Patron der Städte Füssen, Kempten und Augsburg und hat mit seinem Stab wundersame Dinge erwirkt. Der Legende nach heilte er Kranke und vertrieb die bösen Dämonen. Dargestellt ist das Wirken des Heiligen auf zig Gemälden in den Kirchen.

Dieses Deckenfresko ziert die katholische Pfarrkirche St. Walburga in Weißensee. Es zeigt den heiligen Magnus als Drachentöter unter aufgeschreckten und ängstlichen Leuten. Entstanden ist dieses Deckengemälde um 1700. Foto: Arno Späth

Bilder vom Magnusfest 2004

Bilder von der Flurensegnung mit dem Magnusstab