Krippenausstellung
in der Krippkirche

historische Altstadt Füssen

In liebevoller Arbeit, über einen Monat hinweg wurde eine Krippenausstellung in der Krippkirche installiert. Zu sehen gibt es nicht nur verschiedene Weihnachtskrippen, sondern auch viele verschiedene Szenen wie z. B. die Begegnung Mariens mit dem Engel Gabriel, Moses vor dem brennenden Dornbusch oder u.a. das Weinwunder Jesu zu Kanaa. Beeindruckend auch die Gesamtkulisse, welche stimmungsvoll den Kirchenraum und das Altarbild mit einbezieht, aber sehen Sie doch selbst.

Die Ausstellung ist geöffnet 
vom 27. 11.  bis 15. 1. 2006, 
täglich 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr.

Eintritt 2,-- Euro
incl. ausführlicher, reich bebilderten Beschreibung der Krippendarstellungen.

Am Heiligen Abend und Silvester ist nachmittags die Ausstellung geschlossen.

Liebe Pfarrgemeinde, werte Gäste und Krippenfreunde,

die Advents- und Weihnachtszeit dieses Jahres ist geprägt von unserer Krippenausstellung. Der Krippenverein, unter der Leitung von Franz Nagel, hat in der Füssener Krippkirche St. Nikolaus wiederum in zahlreichen Szenen das biblische Geschehen dargestellt.

Krippen gehören zu unserer Kultur. Nicht nur in der Ausstellung, sondern in allen unseren Kirchen und darüber hinaus in vielen unserer Häuser finden wir sie. Jede Krippe ist eine Beschäftigung mit der Botschaft von Weihnachten und dem Inhalt der Heiligen Schrift.

Auf dem Titelbild sehen wir die Verkündigung des Engels an Maria.

Cees Nooteboom schreibt in seinem Buch „Paradies verloren", (Frankfurt 2005, 27£), zu einer Verkündigungsszene, gemalt von Botticelli:
 „....Ich
bin bereits mitten im Bild. Ein roter Fußboden aus rechteckigen Steinplatten, ein strenges Muster, all diese geraden Linien als Gegensatz zu dem Gewirbel, den Falten, den Brüchen in den Kleidern der beiden, für den der Rest der Welt ebenfalls nicht existiert. Es ist totenstill, der Engel ist gerade angekommen, er hat sich auf ein Knie niedergelassen und seine rechte Hand der Frau entgegengehoben, die sich ihm leicht zuneigt. Ihre Hände berühren einander, fast, es ist von einer schneidenden Intimität. Beide haben die Finger gespreizt, als sei das die Sprache, in der sie sich ausdrücken wollen, denn Worte sind noch nicht gefallen. Die Frau sieht ihn nicht an, sonst sähe sie die Angst, die zur Ehrfurcht gehört. Ich glaube, die meisten Menschen denken nie über den Wahnwitz dieser Botschaft nach....
   Ich weiß nicht, was das Göttliche ist, oder besser gesagt, nicht, wie Menschen die Berührung mit dem Göttlichen ertragen können....
   Glaubst du denn den ganzen Unsinn? Natürlich musste Almut das fi^agen. Nein, aber auf diesem Bild ist es wahr. Darum geht es.
   Dass im selben Augenblick draußen das Angelusläuten ertönte, auch darum geht es natürlich. Manche Geschichten haben die Kraft, noch nach zweitausend Jahren in einer Welt der Computer Glocken zum Läuten zu bringen, und das wusste Botticelli.... "

Was Nooteboom in diesem Text beschreibt, wünsche ich uns allen. Dass die Bilder unserer Krippe eine Wahrheit aussprechen. Die Wahrheit, dass Menschen, Hirten, auch Tiere, berührt werden können vom Göttlichen. Darüber hinaus wünsche ich Ihnen die Berührung mit dem Jesuskind in der Feier von Weihnachten und die Erfahrung, in ihm ist uns Gott nahe gekommen in unserer Zeit.

Viel Freude beim Schauen der Krippen, 
Andacht und Ehrfurcht bei der Feier der 
Gottesdienste an Weihnachten und 
Gottes Segen für 2006 wünscht Ihnen

Ihr

Msgr. Karlheinz Knebel, Dekan

     

"Ihr schaut mich an und ich segne Euch."

  


1. Bürgermeister von Füssen Christian Gangel; Msgr. Karlheinz Knebel und Krippenbauer Franz Nagel

  
Liederkranz Füssen unter der Leitung von Herbert Thaler.

  

  

  

In jeder Krippenszene könnte man sich verlieren. Träume, nicht nur aus der Kinderzeit werden wieder geweckt. Hier kann man sich Anregungen holen, denn nichts ist schöner, als seine eigene Krippe zur Weihnachtszeit zusammen zu basteln. Hier darf man wieder Kind werden und zur Belohnung in den leuchtenden Augen von Kindern den Zauber von Weihnachten erleben.

Was man alles dazu brauchen kann finden Sie hier.                 Tipps zum Krippenbau

Text von Georg Rehm / AZ / Füssener Blatt / 28. Nov. 2005

Kleinod beherbergt eine einmalige Krippenschau
Ausstellung in der Krippkirche eröffnet - Bis 15. Januar

Füssen (reh). Ein kleiner, aber aktiver Verein mit wenig Mitgliedern, aber vielen Helfern seien die Krippenfreunde Füssen. Seit 80 Jahren halten sie erst unter dem dritten Vorsitzenden diese Form der Kunst in Füssen lebendig. Dabei „ist das Hauptmerkmal der Bau von Krippen", betonte Franz Nagel, derzeitiger Vorsitzender der Krippenfreunde, Initiator und Hauptaktiver der Ausstellung in seiner Begrüßung.

Franz Nagel / Mariahilferstrasse 4, 87629 Füssen
Tel.: 08362/2145, Fax: 08362/38877

Er drückte seine Freude und seinen Dank aus gegenüber dem Hausherrn der Krippkirche, Stadtpfarrer Monsignore Karlheinz Knebel, dass er so selbstverständlich die Kirche zur Verfügung stellt. Des weiteren begrüßte er seine Helfer beim Krippenbau, die Krippeneigentümer, die selbstverständlich ihre Krippen zur Verfügung stellen. Nagel bedankte sich bei allen, die in irgendeiner Form zum Aufbau der Ausstellung beigetragen haben.

Der Barockbau, der Baumeister Johann Jakob Herkomer, Georg Fischer und Dominikus Zimmermann aus dem Jahr 1717/18 sei prädestiniert für die Ausstellung bis hin zum Altarbild von Obermüller mit der Darstellung der Geburt Jesu. 31 Krippen schildern den Weihnachtszyklus und die alttestamentliche Szene der Vertreibung aus dem Paradies. Der eigene Stil mit den weißen Fassaden und den Guckfenstern und Hintergrundmalereien sind eine Eigenheit der Füssener Krippenkunst.

Nach dem Lied „Auf, auf es kommt der Tag" zeigte Bürgermeister Christian Gangl die Geschichte der Ausstellungen auf (unsere Zeitung berichtete) und schilderte die Aktivitäten der Füssener Krippenfreunde von Nürnberg bis Verona in Oberitalien. Er brachte sein Lob und seinen Dank zum Ausdruck vor allem gegenüber Initiator und Ideengeber Franz Nagel. Er wünscht der Ausstellung viele Besucher, „ sie hat es verdient", so Gangl.

Begegnung mit Weihnachten

Die geistlichen Töne schlug Monsignore Karlheinz Knebel an. „Mit dem Beginn des Advents bereiten die Krippen eine dichte Begegnung mit Weihnachten vor." Mit Freude ist er seit vielen Jahren Mitglied der Krippenfreunde. Mit Blick auf David Nagel, den Enkel des Krippenbauers, erinnerte er an die persönlichen Anfänge des krippenbegeisterten Architekten. Angestoßen durch Stadtpfarrer Christian Kaiser, habe Franz Nagel als Jugendlicher zum Krippenbau gefunden. Knebels Dank gilt auch Alfred Fleckenstein aus Schwangau, der vor allem mit seinen Hintergrundmalereien die Krippenkulissen mitgestaltet hat. Mit Bürgermeister Gangl habe er bereits gesprochen, ob nicht die Kunstform des Krippenbaus einmal mit dem Kunstpreis der Stadt Füssen gewürdigt werden könnte.

In diesem Zusammenhang wies er auf den Katalog zur Ausstellung hin, der zugleich der Weihnachtspfarrbrief der beiden katholischen Stadtpfarreien ist. Er wird in alle Füssener Haushalte verteilt und auch die Besucher der Ausstellung erhalten damit eine bleibende Erinnerung. Der Dank Knebels galt besonders Annelies Hofmann, die den Pfarrbrief mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ermöglichte. Abschließend stellte er die Bilder in den Vordergrund, die dem Betrachter, vor allem auch den Kindern, das Geheimnis der

Menschwerdung Gottes vor Augen stellen. Mit seinem Dank für die spontane Bereitschaft des Liederkranzes Füssen, diese Stunde musikalisch zu umrahmen, erklärte Franz Nagel die Ausstellung für eröffnet.


Foto: Georg Rehm

Umrahmt vom Liederkranz, eröffneten der Initiator und Vorsitzende der Krippenfreunde Füssen, Franz Nagel, mit Enkel David, Bürgermeister Christian Gangl (links) und Stadtpfarrer Monsignore Knebel (mitte) die Krippenausstellung in der Krippkirche. In der Hand hält Knebel den Vorabdruck des Ausstellungskataloges und zugleich Pfarrbriefes der beiden Stadtpfarreien, der ab Mittwoch mit der Eintrittskarte verkauft wird.

Aus „Die alte Krippe" von Karl Heinrich WaggJerl, 1959
...um jene Zeit war ich dabei, mich als junger Lehrer unter den Dorfleuten einzurichten...

Eines Abends nun, schon spät im Jahr, kam der geistliche Herr selber zu mir in meine Kammer, mit einer Kiste auf der Schulter....

Für irgend etwas, hatte er gedacht, müsse doch wohl sogar ein Mensch wie ich zu brauchen sein. Nun käme der Advent, und die Leute erwarteten, dass endlich die Krippe in der Kirche aufgestellt würde, aber schon im letzten Jahr sei so gut wie nichts mehr vorhanden gewesen, nur die Mutter Maria, ein Hirt, der zur Not den heiligen Josef vertreten konnte, und der Ochs natürlich, unverwüstlich aus Eisen geschmiedet. Das wächserne Christkind selber habe der Mesner leider zuletzt noch auf das Pflaster fallen lassen. Kurzum, der Pfarrer wusste nicht mehr zu raten, und darum wollte er fragen, ob ich mir zutraute, das Nötigste wieder zusammen zu flicken.

Wir schütteten also das Zeug in der Kiste auf den Boden, niesend und hustend, weil nichts zu Tage kam als eine Wolke aus Mäusekot und vertrockneten Motten. Aber unverdrossen grabend fanden wir doch eine Handvoll Wachsköpfe unter dem Mist, eine Herde lahmer Schäfchen nach und nach, den eisernen Ochsen und einen zerzausten Engel, der aber immer noch das Gloria vom Blatt sang....

(nach der Instandsetzung.)

....Auf dem Stroh lag das himmlische Kind, wieder heil an allen Gliedern, Maria kniete vor ihm, und am Türpfosten lehnte der Heilige Josef, biedere Einfalt im Gesicht. Hinten im milden Licht des Stallfensters konnte man Ochs und Esel erkennen...

 

Franz Nagel und Alfred Fleckenstein
 - die Macher hinter der Krippenausstellung

Wer hat die Energie und die Kreativität, diese Ausstellung auf die Beine zu stellen, die Ausstellungsstücke zu sammeln, die Krippkirche zu einem Ausstellungsraum umzugestalten und eine einzigartige Gesamtschau biblischer Szenen darin darzustellen?
   Hinter den Füssener Krippenfreunden, Mitglied im Verband bayerischer Krippenfreunde e.V., verbirgt sich eine kleine aber fein, Gemeinschaft von aktiven Krippenbauern.
   Mit Franz Nagel aus Füssen und Alfred Fleckenstein aus Schwangau sollen die verantwortlichen Köpfe für die diesjährige Krippenausstellung vorgestellt werden.

Herr Nagel, seit wann bauen Sie Krippen?
Seit meinem 10. Lebensjahr ungefähr. Durch den Großvater bin ich dazu gekommen, die ersten Häuschen zu bauen. Mit 16 hat mich der damalige Stadtpfarrer Kais, angesprochen, die Jahreskrippe in St. Mang zu bauen, und seitdem bin ich dabei. Das war an Ostern 1957.

Was ist Ihre Lieblingsszene?
Das ist u. a. die Herbergssuche. Da kommt so richtig die Verlassenheit zum Ausdruck, die kleinen Figuren vor dem großen Tor, da ist nix mehr Liebliches. Aber auch die Verkündigungsszene oder die Hochzeit zu Kana.

Was ist ihre Lieblingstechnik?
Das Modellieren mit Gips auf Styrodurplatten oder Spanplatten. Und dann natürlich die Beleuchtungstechnik, die Inszenierung wie bei einem Bühnenbild, worauf es ankommt, welches Thema welche Wirkung entfaltet.

Wenn Sie die Aufgabe hätten über eine Krippe zu predigen, was würden Sie sagen?
Predigen kann ich nicht, aber bei der Herbergssuche oder auch der Flucht nach Ägypten kommen mir die vielen Menschen in den Sinn, die keinen Platz haben, die heimatlos sind, wie viele Menschen auf der Welt fliehen. Aber auch bei der Krippe zur Hochzeit von Kana habe ich bewusst das Wunder in den Vordergrund gerückt, weil es darauf ankommt und die feiernde Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund gelassen.

Welche Techniken kamen sonst noch zum Einsatz?
Die Hintergrundbilder hat Alfred Fleckenstein mit einfachen Dispersionsfärben gemalt. Das alles ist wie ein Bühnenbild im Kleinen. Da kommt es natürlich auf die richtige Beleuchtung an. Dazu haben wir gedimmte Lampen, Punktstrahler und einfache Glühlampen verwendet. Für die farbliche Abstimmung haben wir sie mit Farbspray behandelt.

Wie lange haben Sie aufgebaut?
Vor vier Wochen haben wir angefangen, erst eine Folie auszulegen, die Kulissen aufzustellen und jetzt fehlt nur noch da und dort eine Leiste.

Wer hat alles mitgeholfen?
Das meiste haben Alfred Fleckenstein und ich gemacht, aber wir hatten noch zehn Helfer.

Herr Fleckenstein, seit wann bauen Sie Krippen?
Das hat vor 25 Jahren wie ein Blitz eingeschlagen, als ich in Miltenberg eine Krippenausstellung artgeschaut habe. Das muss ich auch machen, dachte ich mir und habe mit Tiroler Krippen begonnen und bin dann auf fränkische Gebäude mit Fachwerkbau übergegangen. Seit 15 Jahren bin ich, jetzt in Füssen und baue mit den Füssener Krippenfeunden. Dabei bin ich mit meiner Malerei eine Ergänzung zum Architekten.

Was ist ihre Lieblingstechnik?
Da hab ich mir im Lauf der Zeit das Bauen mit Styrodur und das Arbeiten mit Gips bei Franz Nagel abgeschaut. Dabei verwende ich Holzleim und, damit ich schneller weiterarbeiten kann, nehme ich noch zusätzlich Spaxschrauben.

Was ist Ihre Lieblingsszene?
Das ist die Verkündigung an die Hirten, die ich mir irn Tal von Petra vorstelle. Dazu habe ich das Tal der Könige, das im heutigen Jordanien liegt, nachgebaut. Von Osten her müssen eigentlich auch die Hl. drei Könige über die an Petra vorbeiführende Karawanenstraße ins Hl. Land gekommen sein. Außerdem liegt mir an der Verkündigung an Maria viel oder an der Herbergssuche, aber natürlich auch die Geburt selbst.

Was hält Sie beim Krippenbau?
Das Ganze ist bei mir religiös inspiriert, dass ich zeigen möchte, wie es hätte sein können. Dazu kommen natürlich noch meine Gedanken, wie das ausgesehen haben
könnte, sowohl im orientalischen, wie auch im alpenländischen Stil.

Vielen Dank für das Gespräch!
Mit den Beiden sprach Georg Rehm am Freitag, 4. 11. 2005.

Die Krippenausstellung ist täglich geöffnet
 
vom 27.11.2005 bis zum 15.1.2006.
 
Geschlossen bleibt sie am Nachmittag des Hl. Abends 24.12. und Sylvester 31.12. 
 
Die Öffnungszeiten sind
von 10.00 - 12.00 und 
von 14.00 -18.00 Uhr.
Der Eintritt beträgt 2.00 €.
incl. der Beschreibung der 
dargestellten Krippenszenen; Erbauer etc.

Text: Gisela Schröder / Az / Füssener Blatt / 9. Dez. 2005

Jedes Jahr eine neue Figur

„I weiß noch gut, wie ich als vierjähriger Bub mit meinem Vater von Kappel nach Füssen gelaufen bin zur Krippenausstellung", erinnert sich der Allgäuer Heimatforscher Pius Lotter.

Er selbst hat eine große Krippe mit geschnitzten Figuren, die übers Jahr im eigenen Schrank verstaut ist. Zur Weihnachtszeit werden die in Fassmalerei gestalteten Tiere und Personen hervorgeholt und zur großen Krippenszene aufgebaut. Die Figuren sind von dem verstorbenen Holzschnitzer Luda aus Lindenholz gefertigt. Einige aber auch von Pius Lotter selbst. Er hat dazu Kastanienholz verwendet. Alle Figuren sind einem Menschen aus seiner Umgebung nachgezeichnet. Der Wasserträger war sein Kriegskamerad, seine fünf Kinder sind über der Krippe installiert, die Oma steht bei ihren Geißen und er selbst belebt die Szene mit seinem Papagei.

„Ich würde Kindern einen Teil für eine Krippe schenken. Jedes Jahr eine Figur mehr. So habe ich es mit meinen Kindern gemacht und heute freuen sie sich daran."

Jedes Jahr eine weitere Krippenfigur: Darüber freuten sich die Kinder von Heimatforscher Pius Lotter. Foto: Gisela Schröder

 

Verklärung Jesu, 6. Februar

Aus einer leuchtenden Wolke kam die Stimme des Vaters:
Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.
Auf ihn sollt ihr hören.


Bildausschnitt und Retusche: Vogler Alfred. Das Original hängt in der Krippkirche

Die Verklärung Jesu: MK 9,2-10

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.

Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen.

Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.

Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

Verklärung Christi, im Neuen Testament die Offenbarung und Verwandlung Christi. In Matthäus 17, 1, Markus 9, 2 und Lukas 9, 28 wird gesagt, dass Jesus die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg Tabor führte: „Da wurde er vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.” (Matthäus 17, 2). Zur selben Zeit erschienen seinen Jüngern die Propheten Moses und Elia, und aus einer Wolke sprach eine Stimme: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören.” (Matthäus 17, 5).

Das Fest der Verklärung Christi stammt ursprünglich aus der Ostkirche, wo es bereits vor dem 7. Jahrhundert entstand. Später wurde es von der westlichen Kirche übernommen und 1456 von Papst Kallixt III. zu einem allgemeinen Feiertag erhoben. Dieser legte es zu Ehren eines Sieges der Christen über die osmanischen Türken bei Belgrad auf den 6. August. In den orthodoxen und armenischen Kirchen ist die Verklärung Christi ein hoher Feiertag.