Jahrhunderthochwasser in Füssen

23. August 2005

Vor Blitz, Hagel und Ungewitter, bewahre uns Herr Jesus Christus.

Noch bis zum 14. September wird in der Kirche der Wettersegen gebetet, eine in der modernen Zeit beinahe vergessene Tradition. Erst, wenn man sich wieder einmal der Naturgewalten bewusst wird, gewinnt für einen persönlich diese Bitte an den Herrn, der Wind und Wetter gebieten kann (Gleichnis vom Seesturm).

Der Tobende Lech vor dem Franziskanerkloster

Der Lechfall - von den zwei Fallstufen ist nichts mehr zu sehen. (vgl. Lechfall 28. 08.)

Mehr als ein Jahrhunderthochwasser

235 Millimeter Regen in 36 Stunden fielen im Bezirk Reutte. Das Ergebnis davon ist deutlich mehr als ein Jahrhunderthochwasser, rechneten die Experten am Freitag vor. 
Die Schäden sind enorm.

  

Die Hochwassermarken von 1901 und 1910 wurden beinahe erreicht. 

Aus dem "e on / Wasserkraft" Prospekt, der im Infozentrum Roßhaupten auslag, stammen folgende Daten über die größten Hochwasser Füssens:

12. 08. 2002     830 m2/s

22. 05. 1999  1.115 m2/s

13. 05. 1999     725 m2/s

10. 08. 1970     895 m2/s

11. 06. 1965     700 m2/s

15. 06. 1910     975 m2/s

Im Hochwasserfall kann der Forggenseespeicher bis zu 16 Mio m2 Wasser aufnehmen. So konnte in den Hochwassertagen 1999 der Zufluß von 1.115m2/s bei der Stufe auf nur 660 m2/s reduziert werden, was die Kommunen Lechbruck, Schongau, Landsberg und Augsburg vor größeren Schäden bewahrte.

  

Die freigelegten Wurzeln markierten den Höchstwasserstand vom 23. Aug. 05

Eigentlich ist die Brücke durch weiß-rote Bänder gesperrt, aber der Katastrophentourismus kennt keine Grenzen.

  

Blank gescheuert wurde der Kalkstein und weiß wie Kreide.

Die Schutzhütte der Schleusenanlage für das Kraftwerk vom Hanfwerk wurde zusammengedrückt.

Unvorstellbar, dass das Wasser noch vor dem Fall die Höhe des Blechdach der ersten Schleuse erreicht hat. 

Die Schutzhütte ist gänzlich verschwunden. Nackt ragen nun die Zahnstangen und Zahnräder vor dem Lechfall hervor.

Die sonst so liebliche alte Lechbrücke bei Pinswang viebrierte sanft unter den Füßen, als ob man in einem Eisenbahzug stehen würde.

Gott sei dank, der Höchststand scheint überschritten zu sein. Am Schlamm auf der leicht ansteigenden Straße konnte man das erkennen.

Der Spaziergänger mit dem Hund und der blau gekleidete Fotograf befinden sich auf gleicher Höhe.