Gründonnerstag 2007  

7. April 2007 Text und Foto: Manfred Sailer   

Die Fußwaschung - 
eine Geste unendlicher Demut

Am Gründonnerstag versammelte Jesus seine Apostel um sich, um mit ihnen ein letztes mal vor seinem Tod Abendmahl zu halten. Zum Gedächtnis an diese Begebenheit treffen sich alljährlich die Gläubigen am Vorabend des Karfreitags in den Gotteshäusern. Im Zeichen der Fußwaschung wurde Jesus zum Diener aller gemacht. Mit dieser Geste unendlicher Demut löste er in den Herzen der Menschen große Verwunderung aus, ja berührt sie sogar tief im Innersten ihres Herzens, wie Dekan Monsignore Karlheinz Knebel in seiner Predigt ausführte. 

Dieser Abend mit seiner starken Symbolkraft macht klar, um was es geht. Papst Benedikt XVI. bekräftigt dies deutlich in seinen jüngsten Gedanken zur Eucharistie: Eucharistie ist das Geschenk der Selbsthingabe

Jesu Christi, der freiwillig sein Leben für uns hingegeben hat. Der Sohn Gottes ist durch seinen Tod in die Herrlichkeit des Lebens eingegangen. In seiner Hingabe und der österlichen Auferstehung zeigt sich die grenzenlose und unendliche Liebe Gottes zu den Menschen Das christliche Leben braucht die sonntägliche Eucharistiefeier, um das Geschenk Jesu zu bekommen. Um Zeugnis für den Glauben abzulegen braucht der Herr die Menschen in der Gestalt der Dienenden, wie es einst Christus selbst für alle getan hatte. Auf unserem Foto vollzieht Monsignore Knebel in der Stadtpfarrkirche St. Mang an zwölf verdienten Mitgliedern der Pfarreiengemeinschaft Füssen den symbolischen Dienst der Fußwaschung.

Gründonnerstag 2006
Das letzte Abendmahl.

Psalmen übersetzt von Martin Buber 1

Das heilige Grab, Ort der stillen Anbetung.

Seit dem Passionssonntag wird die Leidensgeschichte Jesu verkündet, die immer mit dem Grab Jesu endet. Lediglich der Anfang der Lesungen in den Tagen Palmsonntag - Einzug in Jerusalem; Gründonnerstag - Letzes Abendmahl; Karfreitag - Kreuzigung und Tod;  und Karsamstag - Grabesruh; durchlaufen die zeitliche Folge auf das Fest der Feste hin, - die Auferstehung Jesu von den Toten.

 

Vorankündigung in der AZ / Füssener Blatt 24. März 2005 / Text Georg Rehm

Gründonnerstag gemeinsam feiern
In der Pfarreiengemeinschaft - Beginn in St. Mang

Füssen (reh/pm). Nach der Einführung der Pfarreiengemeinschaft Füssen im September des vergangenen Jahres hat das Seelsorgeteam lange beraten, wie und wo die Gottesdienste zum Osterfest stattfinden sollen. Als Zeichen der Zusammengehörigkeit wurde beschlossen, dass der Gründonnerstagsgottesdienst der Pfarreien in der Stadt in Zukunft gemeinsam gefeiert wird.

Dieses Jahr findet das letzte Abendmahl mit Fußwaschung in der Stadtpfarrkirche St. Mang statt. Im nächsten Jahr soll dann der Gründonnerstagsgottesdienst in Acht Seligkeiten gefeiert werden. Bei diesem Gottesdienst heute in St. Mang haben die Erstkommunionkinder der Stadtpfarrgemeinden die Möglichkeit, mir ihren Eltern zusammen, das erste Mal die Heilige Kommunion zu empfangen. Nach dem Gottesdienst wird, wie seit Jahren üblich, das Allerheiligste übertragen und die Altäre zerstört. Zwischen 21 Uhr und 22 Uhr Uhr findet wieder die Ölbergwache der Jugend mit Beichtgelegenheit statt.

In der Stadtpfarrkirche Zu den Acht Seligkeiten im Füssener Westen wird nur um 21 Uhr die feierliche Übertragung des Allerheligsten durchgeführt mit anschließender Anbetung. Gleichzeitig besteht Beichtgelegenheit. Ein Fahrdienst für Menschen, die sonst nicht zum Gottesdienst kommen könnten, ist über das Pfarrbüro erreichbar.

Ein weitere Änderung erfolgt auch bei. der Osternacht. Im Füssener Westen beginnt die Feier der Auferstehung erst um 21 Uhr, damit es wirklich bereits dunkel ist, wenn das Osterfeuer auf dem Kirchplatz entzündet wird.

Emmausgang nach Weißensee
Ergänzt wird das Gottesdienstprogramm am Ostermontag. Der Pfarrgemeinderat von St. Mang lädt alle gehfreudigen Christen zu einem Emmausgang nach Weißensee ein. Abmarsch ist um 7.30 Uhr beim Eisstadion. Um 9 Uhr nehmen die Wanderer dann an der Messe in Weißensee teil. Anschließend können die selbst mitgebrachten Speisen im Pfarrheim St. Magnus verzehrt werden. Für Getränke ist gesorgt. In Weißensee, Hopfen und im Franziskanerkloster finden die Gottesdienste statt" wie sie im Gottesdienstanzeiger veröffentlicht sind.

 

Die Feier des letzten Abendmahles 2005

  

TAGESGEBET

Allmächtiger, ewiger Gott,
am Abend vor seinem Leiden
hat dein geliebter Sohn
der Kirche das Opfer des Neuen und Ewigen Bundes anvertraut
und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet.
Gib, dass wir aus diesem Geheimnis
die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


  

Jesus stand vom Mahl auf, goss Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen: dies Beispiel hat er ihnen gegeben.

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser: Herr, du willst mir die Füße waschen? Wenn ich dich nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mir.  Was ich tue, verstehst du jetzt nicht, du wirst es aber später erkennen. Wenn ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, müsst auch ihr einander die Füße waschen. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt zueinander. Ein neues Gebot gebe ich euch: „Liebt einander!“  Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. In euch sollen bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: am größten unter ihnen ist die Liebe.

vgl. Antiphonen im Schott

  

  

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Als der wahre und ewige Hohepriester hat er die Feier eines immer währenden Opfers gestiftet. Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht für das Heil der Welt und uns geboten, dass auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis. Er stärkt uns, wenn wir seinen Leib empfangen, den er für uns geopfert hat. Er heiligt uns, wenn wir sein Blut trinken, das er für uns vergossen hat. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig


                     Am Altar Stadtpfarrer Msgr. Knebel und Pfarrer Piotrowski.

Der Stadtpfarrmesner Bruno Ehrentreich bereitet die Fackeln für die Ministranten in der Sakristei vor. Nach der Kommunion wird das "Allerheiligste", welches von allen Christen anerkannt wird, der "Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus",  an einen anderen Ort, welcher meistens als "hl. Grab" gestaltet ist, übertragen. Dort halten die Gläubigen anschließend Anbetungsstunden.

  

In St. Mang haben sich besonders die Jugendlichen Gedanken zur Passion Jesu gemacht und die Taufkapelle als hl. Grabstätte gestaltet.

  

  

Nachdem der Priester das Allerheiligste weg gebracht hat, zerstört er das Symbol für Jesus Christus, den Mittelpunkt der Kirche und ihrer Gemeinde, den Altar. Dazu werden die Kerzen gelöscht und umgelegt, die Tischdecke wie ein Grabtuch zusammen gefaltet. Ein Bild der Verwüstung.

Das Geheimnis lasst uns künden, das uns Gott im Zeichen bot: Jesu Leib für unsre Sünden hingegeben in den Tod. Jesu Blut, in dem wir finden Heil und Rettung aus der Not.

Von Maria uns geboren, ward Gott Sohn uns Menschen gleich, kam zu suchen, was verloren, sprach das Wort vom Himmelreich, hat den Seinen zugeschworen: Allezeit bin ich bei euch.

Auf geheimnisvolle Weise macht er dies Versprechen wahr: als er in der Jünger Kreise bei dem Osterlamme war, gab in Brot und Wein zur Speise sich der Herr den Seinen dar.

Gottes Wort, ins Fleisch gekommen, wandelt durch sein Wort den Wein und das Brot zum Mahl der Frommen, lädt auch die Verlornen ein. Der Verstand verstummt beklommen, nur das Herz begreift‘s allein.

Gott ist nah in diesem Zeichen: Kniet hin und betet an! Das Gesetz der Furcht muss weichen, da der neue Bund begann: Mahl der Liebe ohnegleichen: nehmt im Glauben teil daran.

Gott, dem Vater, und dem Sohne singe Lob, du Christenheit. Auch dem Geist auf gleichem Throne sei der Lobgesang geweiht. Bringet Gott im Jubeltone Ehre, Ruhm und Herrlichkeit.

Amen.

  

Nach der gemeinsamen Feier des letzten Abendmahles wurde auch in unserer Pfarrkirche "Zu den Acht Seligkeiten" das Allerheiligste in die Marienkapelle, in welcher das hl. Grab aufgerichtet war, übertragen. Im Vordergrund Jesus im Schatten des Todes, doch im Hintergrund schon das Aufstrahlende Licht des Ostermorgens. Anschließend wurde auch unsere Mitte, der Altar, das Symbol für Jesus Christus zerstört. Der Pfarrgemeinderat gestaltete hier eine Anbetungsstunde.