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Gästebuch

1. Februar 2012

Zu den Acht Seligkeiten 

Seniorentanz

Bei den Übungen der Tanz- und Gymnastikgruppen, montags 14 Uhr (stehend) und 15 Uhr (sitzend)
sowie dienstags um 18 Uhr (stehend), im Kindergarten St. Gabriel ist jeder willkommen.
Seniorentanz in Füssen:
Barbara Schumann (77) bringt Freude in Seniorenalltag


Tanz und Gymnastik - Bewegung kennt keine Grenzen
Sie sporteln, reisen, geben Kurse, schuften im Garten oder engagieren sich für ihre Mitmenschen: Ältere Semester im Füssener Land sind vielfältig aktiv. In unserer Serie „Reife Leistung“ stellen wir in loser Folge Bürger vor, die eindrucksvoll beweisen: Die ältere Generation gehört keinesfalls zum alten Eisen.
Wenn die kleine Frau mit dem halblangen Haar lacht, dann strahlt ihr ganzes Gesicht. Wenn sie tanzt, dann strahlen alle um sie herum. Für Barbara Schumann gehört der Tanz zum Leben, sie ist damit aufgewachsen. Und sie liebt es, anderen durchs Tanzen eine Freude zu bereiten. Ihre 77 Jahre spielen dabei keine Rolle, denn der Tanz kennt eine Choreographie für jedes Alter.

So stellen sich an diesem Nachmittag zehn Seniorinnen unter Leitung von Schumann zum „Fröhlichen Kreis“ auf. Im Wiegeschritt geht es aufeinander zu und wieder zurück, es wird geklatscht und mit den Füßen getippt. „Und jetzt paarweise zueinander“, ertönt die Anweisung der 77-Jährigen durch die Musik. „Ich bin der Mann“, korrigiert sie ihre Tanzpartnerin.
Die zehn Damen sind hoch konzentriert. Und beim kleinsten Fehltritt wird: herzhaft gelacht. „Denn es soll einfach Spaß machen“, sagt Schumann.

Seit über 20 Jahren engagiert sich die gebürtige Stralsunderin nun im Seniorentanz in Füssen. „Eigentlich wollte ich damals nur mitmachen. Als die Gruppenleiterin erkrankte, bin ich da so reingerutscht“, sagt Schumann. Inzwischen betreut sie fünf Gruppen in der Woche im Kindergarten St. Gabriel und bietet auch ehrenamtlich Seniorengymnastik in Altenheimen an.
Text aus der AZ vom 1. Feb 2012 Füssener Blatt




Dass sie den Tanz so liebt, daran sind eigentlich Scharlach und Diphterie Schuld. Mit sieben Jahren erkrankte Schumann und lag in einem Stralsunder Krankenhaus neben der Tochter einer Ballettmeisterin. „Die Frau hat mich unbedingt unterrichten wollen“, sagt die 77-Jährige und strahlt. Kurze Zeit später stand sie auf der Bühne des Stralsunder Theaters und tanzte in der Operette „Der Vogelhändler“. 1943 erfolgte die Evakuierung der Familie nach Bayreuth. Nach dem Krieg gehörte die Stadt zur amerikanischen Besatzungszone. Die Amerikaner engagierten sich in der Jugendarbeit, auch mit Tanzgruppen.


So choreographierte und sang die junge Barbara kurzerhand eigenständig „Mir geht es gut“ mit fliegenden Beinen und brachte damit nicht nur Amerikaner zum Strahlen.

Von Bayreuth aus kommt Schumann später als junge Frau mit ihrem Mann nach Buching. Nach dessen Tod zieht sie mit ihren fünf Kindern 1982 nach Füssen. Mittlerweile leben alle Fünf quer über Deutschland verteilt, und das sechste Enkelkind ist unterwegs.

Im Füssener Kindergarten St. Gabriel beginnt die nächste Gruppenstunde: Sitztanz und -gymnastik. Da wird mit den Füßen getippt, werden Arme gekreist, wird geklatscht und geschunkelt. Die älteste Teilnehmerin ist weit über 90 Jahre alt. Choreographien und Musik bekommt Schumann von der Diözese Augsburg. Dorthin muss sie auch für Fortbildungen.
Seniorentanz  „Aber wir üben eigentlich nur zum Spaß. Das soll ein Anlaufpunkt sein, wo man gemeinsam etwas machen kann“, sagt sie. Trotzdem treten die Gruppen hin und wieder auf, etwa in der Fachklinik Enzensberg. „Ich fühle mich in Füssen sehr wohl, aber wenn ich älter werde, würde ich gerne näher bei den Kindern leben“, sagt sie. „Aber meinen 80. Geburtstag feiere ich noch in Füssen.“ Sie lacht. Und strahlt dabei über das ganze Gesicht.
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