Text von:  Frau Gwendolin Schmalholz
Bilder:      Manfred Sailer
Datum:     21. Juli 2008

Seeg (gwe). Feierlich wurden die vier, teils in andere Wirkungsstätten, teils in Ruhestand gehende, Pfarrer: Generalvikar Monsignore Karlheinz Knebel, Prodekan Harald Heinrich aus Pfronten, Siegfried Blanz aus Nesselwang und Kazimierz Piotrowski aus Füssen verabschiedet. Nach dem Verabschiedungsgottesdienst in der St. Ulrich Kirche in Seeg zogen die Geistlichen ins Gemeindezentrum.

„So sind noch nie Pfarrer verabschiedet worden“, war Generalvikar Monsignore Karlheinz Knebel gerührt. Die St. Ulrichs Kirche in Seeg war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Sehr feierlich war auch der Einmarsch der vier Pfarrer, die von 12 weiteren Geistlichen aus dem Dekanat und der Region begleitet wurden. Gemeinsam zelebrierten sie den Gottesdienst. „Aufbrechen und neu beginnen ist immer mit Anstrengungen verbunden“, ergriff auch Pfarrer Harald Heinrich das Wort. Nicht kunden-, sondern auftragsorientiert seien Christen, denn sie Erfüllen den Willen des Vaters. „Doch wenn wir auftragsorientiert sind, werden wir auch immer kundenorientiert sein“, so Heinrich.

Auch der verstorbenen Pfarrer Alois und Karl Meisburger und Paul Ganahl gedachten die Gläubigen. Feierlich umrahmt wurde der Dank- und Abschiedsgottesdienst durch die gesanglichen Beiträge des Kirchenchors Seeg. Annemarie Mayer (Pfarrgemeinderatsvorsitzende Seeg), Monika Brenner (Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lengenwang) und Xaver Kiderle (Kirchenpfleger) bedankten sich mit einem Allgäuer-Bildband und einer St. Ulrichskerze bei ihren Geistlichen Pfarrer Heinrich und Pfarrer Piotrowski. „Die neu restaurierte Kirche sei ein würdiger Ort für diese Verabschiedung“, so Mayer. „Sie haben uns die Gewissheit gegeben, nicht alleine zu sein“, richtete Mayer ihre Dankesworte an Pfarrer Heinrich. An Pfarrer Piotrowski sprach sie einen „besonderen Dank für seine menschliche Art“ aus. Ein Schmunzeln rang der Organist Albert Frey (Dekanatskantor) aus Füssen der Kirchengemeinde ab, als er beim Auszug das Lied „Muss i denn zum Städtele hinaus“ spielte.

Angeführt von der Musikkapelle Seeg zogen die Geistlichen und die geladenen Gäste in das Gemeindezentrum. „Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung“ zitierte der Dekanatsvorsitzende Manfred Sailer Theodor Fontane und fügte hinzu „das werde ich nicht schaffen“. Er begrüßte Landrat Johann Fleschhut, Dr. Irene Epple-Waigel, Dr. Philipp Prestel (Caritasstiftung Seeg), Dr. Bert Stegmann (zukünftiger Verwaltungsleiter des Dekanats), Pfarrer Joachim Spengler (evangelische Christusgemeinde), Pfarrer Yavno Cepe (syrisch-orthodoxe Gemeinde in Füssen), die zahlreichen priesterlichen Mitbrüder aus dem Dekanat Füssen, alle Vertreter der politischen Gemeinden und die Ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Pfarrer Kazimierz Piotrowski wird nicht wie angekündigt nach Munningen, sondern in die Pfarrei Weilach (Neuburg/Schrobenhausen) versetzt. „Wir verabschieden vier wirkliche Persönlichkeiten. Wir müssen tief durchatmen - wie können wir das verkraften“, ergriff Landrat Fleschhut das Wort. „Der Bischof ist dem Allgäu zugetan - da hat er aber übertrieben“, lächelte Fleschhut. „Haben sie gute Erinnerungen, kommen sie immer wieder. Es war schön mit ihnen“, verabschiedete er sich. „Bisher war ich der Meinung, man wird dann befördert, wenn man ins Allgäu kommt“, schmunzelte Manfred Rinderle, Hausherr und Bürgermeister von Seeg. „Ich wünsch mir, dass sie mit Wehmut von hier gehen“, sagte Rinderle und überreichte den vier Geistlichen einen Emmentaler Bergkäse. Pfarrer Heinrich und Pfarrer Piotrowski erhielten zudem noch ein Seeger Kaffeehaferl. „Alles hat seine Zeit“, ergriff Generalvikar Karlheinz Knebel zum Abschluss das Wort. „Bitte machen sie die Kirche nicht vom Pfarrer abhängig“, bat Knebel. Zum Abschluss zitierte er schmunzelnd einen Kollegen: „Geh mit Gott, aber geh.“

Sandkasten:

Amtsjahre der Priester im Dekanat Füssen

· Generalvikar Karlheinz Knebel: 21 Jahre Stadtpfarrer von St. Mang, 19 Jahre Dekan, 3 Jahre Regionaldekan und 4 Jahre Leiter der Pfarreiengemeinschaft Füssen

· Pfarrer Harald Heinrich: seit 1997 Pfarrer in Pfronten St. Nikolaus, 3 Jahre Prodekan und nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Alois Meisburger Pfarradministrator in Seeg

· Pfarrer Siegfried Blanz: seit 2000 Pfarrer in Nesselwang St. Andreas und seit 2005 Leiter der Pfarreiengemeinschaft Nesselwang/Rückholz

· Pfarrer Kazimierz Piotrowski: 4 Jahre Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Füssen und zuletzt auch in Seeg im Einsatz

Text von:  Georg Rehm
Datum:    6. Juli 2008

Stabübergabe mit Füssener Beteiligung
Monsignore Karlheinz Knebel wird als neuer Generalvikar feierlich eingeführt

Eine lange Liste von Ehrengästen begrüßte Bischof Dr. Walter Mixa im Saal des Haus St. Ulrich, dem Seelsorgezentrum der Diözese Augsburg. Darunter war auch eine kleine Gruppe von Füssenern, die Generalvikar Msgr. Karlheinz Knebel zu seiner offiziellen Amtseinführung eingeladen hatte. Im Vordergrund des Festakts am Tag des Bistumspatrons stand allerdings die Verabschiedung von Prälat Josef Heigl, dem bisherigen Generalvikar und langjährigen Mitarbeiter im Ordinariat. So konzentrierte sich ein Großteil der Reden im ersten Teil auf die 24 Jahre des Wirkens von Prälat Heigl als stellvertretender Generalvikar, als Leiter des Personalreferats und zuletzt fünf Jahr als Generalvikar. Dankbarkeit, Genesungs- und Segenswünsche für die neuen Aufgaben als Leiter der Krankenhaus- und Hospizseelsorge prägten die Grußworte der Redner.

Im zweiten Teil gingen sie dann auf den neuen Generalvikar, den gebürtigen Füssener Karlheinz Knebel ein. Von wegweisenden Worten bis zur wohlwollenden Aufnahme in den Kreis der bayerischen Generalvikare reichte hier die Bandbreite in den Reden. Humorvoll begrüßte Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer, bekannt von vielen musikalischen Soli als Tenor in der Stadtpfarrkirche St. Mang, mit den Worten „Nicht allen, die ein Amt von Füssen nach Augsburg geführt hat, war Erfolg beschieden“, doch bei Msgr. Knebel habe er keine Sorgen. So leitete er seine guten Wünsche für Knebel ein. Von der Mitarbeitervertretung sagte Martin Lieble mit dem Wort von Dag Hammerskjöd dem „Scheidenden Dank und“ wünschte „dem Kommenden Segen“.

Die Domsingknaben gestalteten mit klassischen Chorsätzen die Feierstunde. In seiner Abschiedrede dankte Prälat Heigl für die Zusammenarbeit der fast zweieinhalb Jahrzehnte. Er betonte, dass es ihm in der Verwaltung und in Personalfragen stets wichtig war, Christus nachfolgen und Liebe und Barmherzigkeit spürbar werden zu lassen.

Diesen Faden nahm auch der bisherige Füssener Dekan und neue Generalvikar Knebel auf. Er betonte, wie wichtig bei all den anstehenden Herausforderungen an die Kirche doch der menschliche Umgang gerade in der Verwaltung sei. Er wolle dialogisch und kooperativ das Amt seines Vorgängers weiterführen und im bunten Garten der Kirche so einiges Wachsen lassen. Aus einigen Glückwunschkarten, die ihn vereinzelt auch an Kondolenzschreiben erinnerten, zitierte er zum Abschluss seiner Rede den Wunsch für „eine dicke Haut und feines Gespür“.

Vor der Vesper überreicht Bischof Mixa die Ernennungsurkunde und verlas die lange Liste von Aufgaben und Zuständigkeiten des Generalvikars.

Vor der Vesper überreichte Bischof Mixa die Ernennungsurkunde an seinen neuen Generalvikar. Nach der feierlichen Vesper in der Ulrichsbasilika nutzen dann viele der 400 geladenen Gäste am Buffet die Möglichkeit zum Gespräch und zur Begegnung. Als die Füssener Abordnung, zu der u. a. die Mutter von Msgr. Knebel zählte, gegen 21.00 Uhr wieder nach Füssen kam, war allen klar, dass die Teilnahme an diesem Festakt am Tag des Bistumspatrons auch eine kleine Wallfahrt war, an der sie teilgenommen haben.

Text von:  Andrea Schauerte
Datum:    2. April 2008
Monsignore Karlheinz Knebel wird neuer Generalvikar des Bischofs von Augsburg

Monsignore Karlheinz Knebel (links) wird neuer Generalvikar und damit Stellvertreter von Bischof Dr. Walter Mixa. Unsere Aufnahme entstand im vergangenen Jahr beim Magnusfest in Füssen. Archiv-Foto: Manfred Sailer

Generalvikar Berufung überraschend
Nach Augsburg erst im Herbst

Von Andrea Schauerte | Füssen Monsignore Karlheinz Knebel wird neuer Generalvikar des Bischofs von Augsburg. „Überraschend auch für mich und ohne lange Vorbereitung“, so Knebel gegenüber unserer Zeitung, hat Bischof Dr. Walter Mixa den Füssener Stadtpfarrer von St. Mang, Regionaldekan und Dekan am Montagabend berufen. „Ich freue mich über dieses Vertrauen und diese Auszeichnung“, war Knebels erste Reaktion. Die Amtseinführung ist bereits im Juli, der Amtsantritt jedoch erst im September nach dem Magnusfest in Füssen. 

Mit Ruhe und Gelassenheit, aus dem Glauben heraus“ will Monsignore Knebel sein neues Amt in der Nachfolge von Prälat Josef Heigl ausfüllen, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Knebel ist seit langer Zeit der erste Generalvikar im Bistum Augsburg, der nicht aus der Verwaltung, sondern aus der Seelsorge kommt - „ein richtiger Pfarrer halt“. In Augsburg warten neue Aufgaben auf ihn, aber auch Bekanntes wie die Dekanatsentwicklung. Was er in Füssen modellhaft mit auf den Weg brachte, könne er nun in Augsburg aus einer anderen Position mit vollenden.

Überzeugt ist Karlheinz Knebel davon, dass im Herbst „ein guter Pfarrer“ in Füssen seine Nachfolge antreten werde. Es ist die dritte Pfarrerstelle nach Seeg und Nesselwang, die Bischof Mixa im Dekanat 2008 neu besetzen wird.

Info Pfarreiengemeinschaft
 
MAGNUSFEST mit H.B.Dr. Walter Mixa