Pfarreiengemeinschaft St. Magnus Füssen

Text von Heinz Sturm
Datum 8. September 2008
Magnusstab in neuen Händen

Amtseinführung Festlicher Gottesdienst für den neuen Stadtpfarrer Frank Deuring - Mit ihm beginnt Kaplan Julius Kreuzer in Füssen

„ Mir ist er nicht zu schwer geworden, aber ich gebe ihn gern in jüngere Hände."
Generalvikar Karlheinz Knebel bei der Übergabe des Magnusstabes an den neuen Stadtpfarrer Frank Deuring

Füssen „Alles Gute und viel Freude im Amt."

Viele dieser Glückwünsche von Füssenern gab es am Sonntagabend für den neuen Stadtpfarrer Frank Deuring nach dem Festgottesdienst, in dem Generalvikar Karlheinz Knebel ihn in sein Amt einführte und ihm den Magnusstab überreichte. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Deuring von diesem Gottesdienst am Magnusfest mit den vielen Besuchern „sehr beeindruckt und glücklich". Mit dem neuen Stadtpfarrer hat auch Kaplan Julius Kreuzer seinen Dienst in Füssen begonnen.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Mang hat ten sich die Fahnenabordnungen der Vereine eingefunden. Auch viele Ministranten aus allen Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Füssen waren erschienen und erlebten mit, wie Generalvikar Karlheinz Knebel die Ernennungsurkunde des Augsburger Bischofs an seinen Nachfolger überreichte,
 

und den Magnusstab, den Knebel vor 21 Jahren von seinem Vorgänger als Stadtpfarrer, Ludwig Steiger, erhalten hatte.

Im Namen der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen der Pfarreiengemeinschaft Füssen begrüßte Manfred Sailer den neuen Pfarrer. Man freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Pfarrer Deuring und wisse um dessen große Verantwortung, sagte Sailer. Doch würden die ehrenamtlichen Mitarbeiter nach Kräften unterstützen, denn: „Gemeinsam kann Kirche wachsen."

Auf den „gemeinsamen Weg, auf den wir uns heute machen", wies auch der neue Stadtpfarrer hin. Er zeigte sich optimistisch: seit zehn Tagen sei er in Füssen - und er sei bisher überall auf offene Türen gestoßen. So besuchte er die Gemeinden, sprach mit dem evangelischen Pfarrer Joachim Spengler und mit Pfarrer Cepe von der syrischorthodoxen Gemeinde, war bei Behörden und Institutionen.

„Ich will mich vorstellen, umhören und die Menschen kennenlernen", sagte Deuring unserer Zeitung. Auch die Wünsche an die Kirche wolle er sammeln. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit in Füssen wollte er sich noch nicht äußern. Die Arbeit mit und für jugendliche und Familien sei wichtig, doch wolle er das gesamte Spektrum der Gläubigen im Auge haben.

Nicht allein auf die Seelsorge wird sich der neue Stadtpfarrer konzentrieren, auch das Projekt

 Dekanatsentwicklung wird ihn beschäftigen. Wie mehrfach berichtet, soll die gesamte Verwaltungsarbeit der Pfarreien des Dekanates Füssen in einer zentralen Geschäftsstelle im Pfarrhof in Füssen-West gebündelt werden, um Freiräume für die Seelsorge zu schaffen. Ein Projekt, das Modellcharakter für die Diözese haben könnte - und in das sich Deuring gerne einbringen will: „Ich bin ein experimentierfreudiger Mensch mit Bodenhaftung. Das wird eine spannende Sache."

Attribute des heiligen Magnus sind sein silberner Stab, ein Drache und ein Bär. Denn Magnus soll einen Drachen, der ihm den Weg versperren wollte, überwunden haben, und einen Bären vertrieben haben, der seine Äpfel stehlen wollte. Er soll die Bewohner Füssens vor Bären und Schlangen mit seinem Stab beschützt haben. Der Heilige Magnus gilt seit dieser Zeit als Nothelfer gegen Flurschäden.

St. Mang (heiliger Magnus), geboren um 699 bei St. Gallen, wirkte als Mönch im Auftrag von Bischof Wikterp ab etwa 746 im Ostallgäu. Am oberen Lech baute er ein Bethaus in Waltenhofen. Danach gründete er im heutigen Füssen mit Unterstützung von König Pippin dem Jüngeren eine Zelle, die zu einer klösterlichen Gemeinschaft wuchs.

Nach dem Tode von Bischof Wikterp zerbrach diese Mönchsgemeinschaft. Der Augsburger Bischof Lanto veranlasste jedoch ihre Neubegründung im Jahre 850. Auf diese Weise entstand das Benediktinerkloster Sankt Mang in Füssen. Die Gebeine des heiligen Magnus, der um das Jahr 772 starb, wurden unter Bischof Lanto erhoben und sind bis heute in der Krypta der Stadtpfarrkirche Sankt Mang bestattet, so die bischöfliche Pressestelle Augsburg. (az)

Nach dem Gottesdienst wurden die barocke Magnusfigur sowie die Reliquien des Heiligen in einer Lichterprozession durch die Innenstadt getragen. 

Ein herzliches "Vergelt's Gott" Herrn Heinz Sturm von der Redaktion AZ Füssener Blatt, 
der uns die nachfolgenden Bilder zur Verfügung gestellt hat.

Zurück am Vorplatz der Kirche gab es einen Ehrensalut der Böllerschützen und Deuring segnete das Magnusfeuer.

 Zum Abschluss gab es Gelegenheit zur Reliquienverehrung: Dr. Christian Hartl, Regens des Priesterseminars St. Hieronymus in Augsburg, und Diakon Fredl Hofmann standen an den Stufen des Altars mit den Reliquien des heiligen Magnus. Sie konnten von den Gottesdienstbesuchern im Vorbeigehen berührt werden.

Mangerfest 2007