Die Nacht vom 9. auf den 10. November, die sog. "Reichskristallnacht", jährt sich zum 70. Mal. In dieser Nacht brannten 1938 die Synagogen. Diese Nacht kann rückblickend als Vorzeichen für den Völkermord am europäische Judentum gesehen werden.

Als Zeichen der Umkehr gedachten die Füssener Kirchengemeinden in einer Schweigeminute der verheerenden Geschehnisse vor 70 Jahren. 

Ewiger und treuer Gott, beschämt und ratlos stehen wir vor den Verbrechen und vor dem Versagen in der Vergangenheit. Schau nicht auf unsere Fehler und unsere Schuld; gib Frieden allen Völkern, lass Versöhnung finden auch durch uns und die Hilfe Deines Sohnes, unseres Herrn und Bruders. Amen

AZ 10. November 08 Text Manfred Sailer

Gedenken an Opfer von einst
Christen erinnern an Reichskristallnacht

Füssen I sai I In den Sonntagsgottesdiensten gedachten die evangelischen und katholischen Christen Füssens gestern der Opfer jener Verbrechen, die die Nationalsozialisten am 9. November vor 70 Jahren in der sogenannten Reichskristallnacht an Juden und deren Gotteshäusern begingen. In der Kirche zu den Acht Seligkeiten gab es nach den Kyrierufen eine Schweigeminute. Zudem wurde in einer Schale an den Stufen zum Altar ein Feuer entzündet, das Jesus, das Licht der Welt, symbolisieren soll, das in dunklen Tagen Trost und Hoffnung für alle Menschen spendet.

In St. Mang und der evangelischen Christuskirche war das Gedenken eingebunden in die Fürbitten. Eine zentrale Bitte war jeweils, dass Frieden in die Herzen der Menschen einkehren möge und sie diesen hinaustragen in alle Welt.