"Ich stehe an der Tür und klopfe"

Bischof Dr. Walter Mixa kam vergangenen Sonntag zum Magnusfest nach Füssen. 
Vor dem Festgottesdienst und der Lichterprozession am Abend segnete er das neue Kirchenjahr-Portal am Nordwest-Eingang von St. Mang.

Text von
Dienstag, 11. September 2007 Text: Arno Späth

Bischof segnet Portal am 'Hintereingang von St. Mang
Neue Tür symbolisiert das Kirchenjahr
Kunstkatalog „Lichtspuren" von Erwin Wiegerling präsentiert
Füssen / asp / Dem neuesten Werk des Künstlers Erwin Wiegerling in der St.-Mang-Kirche spendete gestern Diözesanbischof Dr. Walter Mixa den Segen: dem „Kirchenjahr-Portal" am nordwestlichen Eingang des Gotteshauses. „Die Tür stellt die 365 Tage des Jahres dar und das, was Gott in seiner Mensch-Werdung zu unserem Heil schenkt", sagte der Bischof. Zuvor hatte ihm Wiegerling ein Exemplar seines Bildbandes „Lichtspuren" überreicht. Dieses Buch dokumentiert das bisherige Schaffen des Tölzer Künstlers in der Basilika in Füssen.  Wiegerling, sowie der „Hausherr", Stadtpfarrer Monsignore Karlheinz Knebel, betonten bei der Präsentation der „Lichtspuren" das gegenseitige Vertrauen, ohne das zeitgenössische Gestaltung in dem Barockbau nicht möglich wäre. Knebel ging auf die verschiedenen Arbeiten von Wiegerling wie die Neugestaltung der Krypta oder der Ewig-Licht-Ampel ein und stellte fest: „Das Wort Licht ist für Erwin Wiegerling und St. Mang kennzeichnend." 
Wiegerling soll auch den Karneval ins Portal bringen

Lichtspuren: Stadtpfarrer Knebel macht dem Künstler neuen Vorschlag - Auch Fasching und Fastenzeit gehören zum Kirchenjahr

Füssen I asp I Im Spannungsfeld zwischen Jahrhunderte alten Kunstwerken in der Barockkirche St. Mang und den dort gezogenen „Lichtspuren" durch zeitgenössische, künstlerische Gestaltungs-Elemente wagte Stadtpfarrer Monsignore Karlheinz Knebel einen herausfordernden Schritt. 

Er bat den Tölzer Künstler Erwin Wiegerling, am neuen Kirchenjahr-Portal in einem der 365 Farbfelder auch den Karneval darzustellen. Denn nicht nur Weihnachten und Ostern, auch das Fasten ab dem Aschermittwoch nach dem Fasching gehöre zum Kirchenjahr.

Knebel nutzte am Sonntag die Plattform der Präsentation des Bildbandes „Lichtspuren" und der Segnung des neuen Portals, um das Schaffen von Erwin Wiegerling in St. Mang zu beleuchten und zu würdigen. 

Immer wieder wies er dabei auf die Möglichkeit der Begegnungen mit Christus und das Erleben des ganzen Geheimnisses des Glaubens hin.

 

Wem es bisher nicht bewusst war, dem sagte es Knebel: „Wer in Füssen die Kirche St. Mang betritt, tritt durch eine von Erwin Wiegerling geschaffene Türe." Die Handschrift des Künstlers ist aber nicht nur am Hauptportal und Nebeneingang zu sehen, sondern überall. Der Stadtpfarrer machte bei der Buchpräsentation mit den Zuhörern einen geistigen Spaziergang durch St. Mang. Er führte dabei zurück ins Jahr 1972, als die Kirche einer grundlegenden Sanierung zugeführt wurde und das Echo darauf mit vielen Diskussionen verbunden war. Dafür sorgte nach dem zweiten Vatikanischen Konzil auch die Frage: Welchen Altar soll St. Mang bekommen?

Altar setzt auf Transparenz

Den Auftrag der Gestaltung bekam damals der unvergessene Professor Jünger. „Das war eine gute Entscheidung", betonte Knebel. „Der Altar setzt auf Transparenz und ist heute, nach 35 Jahren, noch zeitgenössisch." Dieser Altar sei dann auch die Vorgabe für Erwin Wiegerling gewesen, für den „das Spiel mit dem Licht" so wichtig sei. Knebel erwähnte als Beispiele die Ewig-Licht-Ampel oder die Krypta, in die Wiegerling bei der Neugestaltung über ein Spiegelsystem Licht von der Kuppel herunter lenkt.

Knebel sprach auch von der Demut des Künstlers, der nicht die Wahrheit findet, sondern der Wahrheit dient und sich gleichsam auf eine Spurensuche begibt. Diesen Gedanken griff auch Erwin Wiegerling auf. 

 

Er bezeichnete seinen Bildband auch als eine Dokumentation des gemeinsamen Wirkens seit 1994 von ihm und Pfarrer Knebel und stellte in Bezug auf seine künstlerische Arbeit in Füssen fest: Es geht nicht, ohne dass man Vertrauen aufbaut. Dazu ist auch Demut notwendig. „Die Tradition aufzunehmen und die Jetztzeit mit einzubinden, das war die Basis für das gemeinsame Handeln", sagte Wiegerling.

Vor der Segnung des neuen Portals stellte Bischof Mixa fest: „Gott zwängt sich uns nicht auf. Er steht an der Tür und klopft an. Und dann kommt es auf uns an, ob wir in Freiheit die Tür öffnen. Erst wenn wir die Türe öffnen, tritt er ein und hält Mahl mit uns."

Zur Feier des Magnusfestes mit unserem hochwürdigen Bischof Dr. Walter Mixa möchte Erwin Wiegerling (E.LIN) ein positives Zeichen setzen:
Die erste Auflage (50 Stück) des Katalogs „LICHTSPUREN - E.LIN in FÜSSEN ST. MANG“
ist limitiert und wird mit einem Original des Künstlers versehen.
Dieser Katalog kostet 100€ . 
Der gesamte Erlös dieser Edition kommt dem bischöflichen Hilfsfonds PRO VITA*zugute.

Die 2. limitierte Auflage von 100 Stück (ohne Original 29,50 €) ist ab Dezember 2007 erhältlich.  Vorbestellungen werden reserviert.