7. März 2007

Hopferau sagt „Vergelt's Gott" seinem Ruhestandspfarrer
Geistlicher Rat Rudolf Böhm zieht ins Füssener Seelos-Haus

Hopferau (u). Fast zehn Jahre residierte Ruhestandspriester Geistlicher Rat Rudolf Böhm im Hopferauer Pfarrhof und war durch sein aktives Mitwirken am kirchlichen Leben in der Pfarrgemeinde eine Bereicherung für den christlichen Alltag. Nun verlässt der im 79. Lebensjahr stehende Priester Hopferau und zieht nach Füssen. Dort will er sich im Seelos-Haus, das der Diözese Augsburg gehört, für den Lebensabend einrichten und solange es ihm seine Gesundheit zulässt, seelsorgerische Aufgaben übernehmen.

Die Gläubigen der Pfarrei Hopferau, die ihn als Pfarrer schätzten und gerne seine Dienste in Anspruch nahmen, werden ihn im dörflichen Leben vermissen. Beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin wurde er am Sonntag vom Pfarrgemeinderat und der politischen Gemeinde verabschiedet. Der im oberschlesischen Oppeln am 3. Januar 1929 geborene Geistliche studierte Theologie in Neisse und wurde dort 1957 zusammen mit rund 40 weiteren Primizianten zum Priester geweiht. Nach 14-jähriger Kaplans- und Pfarrtätigkeit in Polen reiste er 1971 in die Bundesrepublik aus - und damit in seine sprachliche Heimat. Boos bei Memmingen, Nördlingen und schließlich Ecknach bei Aichach waren seine Stationen als Pfarrer, ehe er sich im September 1997 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedete und Hopferau als Altersruhesitz wählte.

Treffend sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Angelika Umkehrer-Böhm, bei der Verabschiedung: „Zehn Jahre wirkten Sie in unserer Pfarrei als Seelsorger und Priester, waren ein treuer geistlicher Begleiter bei Pfarr- und Frauenbundausflügen, belebten diese mit Gebet, Gesang und lustigen Geschichten und organisierten Pilgerreisen. Dafür sagen wir Vergelt's Gott für alles, was Sie bei uns in Hopferau und in der Pfarreiengemeinschaft geleistet haben." In besonderer Erinnerung sind noch die unvergessliche Pilgerreise nach Fatima und die geistliche Betreuung der alljährlichen Wallfahrten zum Bruder Klaus von der Flüh.

Für die Gemeinde bedankte sich Bürgermeister Gregor Bayrhof bei dem scheidenden Priester, der bei vielen Fronleichnamsprozessionen das Allerheiligste durch den Ort getragen und mit den Gläubigen auch an Wochentagen die Heilige Eucharistie gefeiert hat. Er bedankte sich auch für die Vereine, die gerne seine priesterlichen Dienste in Anspruch genommen haben. Dem Geistlichen Rat Rudolf Böhm und auch seiner Haushälterin Maria Koledzije, die seit mehr als 40 Jahren bei ihm im Dienst steht, wünschte der Bürgermeister noch viele gesunde Jahre in Füssen.

Geistlicher Rat Rudolf Böhm bedankte sich für all das Vertrauen, das ihm in Hopferau entgegengebracht wurde und versprach, weiter „im Weinberg des Herrn zu arbeiten", solange es in seinen Kräften stehe. Zum Abschied stimmte er das je Deum laudamus" an.

Die Pilgerfahrt zum Brüder Klaus von der Flüh mit Geistlichem Rat Rudolf Böhm werden den Pfarreimitgliedern Hopferaus besonders in Erinnerung bleiben. Unsere Aufnahme entstand im September vergangenen Jahres, als Geistlicher Rat Böhm auf dem steilen Weg zur Bruder-KlausKapelle seine erschöpften Hopferauer Pilger aufmunterte.
Foto: Walter Brunner