Text von Arno Späth
16. November 2007

Neues Blattgold für Stern auf
Turm der Krippkirche

Sanierung
Pfarrgemeinde St. Mang lässt Fassade des Gotteshauses herrichten

"Die Bürger unserer Stadt sollen sich freuen, dass mit der Sanierung der Krippkirche ein weiterer Schritt zum Erhalt eines Kulturdenkmals gemacht wurde."

Franz Nagel, der die Bauaufsicht hatte

Füssen I asp/dm I Das Gerüst wird seit Mittwoch Element für Element abgebaut, der frisch vergoldete Davidstern an der Turmspitze glänzt wieder über den Dächern der Altstadt: Mit einem finanziellen Aufwand von rund 50 000 Euro wurden der Turm und die Fassade der Rückseite der Krippkirche saniert. „Die Pfarrgemeinde St. Mang strengt sich beim Erhalt ihrer Kirchen gewaltig an", zollt der Füssener Stadtrat und Architekt Franz Nagel allen Respekt. Er hatte ehrenamtlich die Bauaufsicht während der Renovierungsarbeiten übernommen. „Des macht ma halt, weil ma a Fiassar isch", sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Die Feldkirche am nördlichen Stadtausgang gehört auch zu St. Mang. Ihre Fassade wurde im vergangenen Jahr saniert, heuer ihr Turm. Rund 25 000 Euro kosteten diese Arbeiten. „Jetzt steht die Feldkirche wieder sauber da", meint Nagel.

Ebenso die Krippkirche. Deren Fassade an der Reichenstraße wurde im vergangenen Jahr gerichtet. Dabei ließ der beauftragte Restaurator Erwin Wiegerling von seinen Mitarbeitern an den Simsen einen „Taubenschutz" anbringen: Dünne Drähte, die den Vögeln das „Landen" unmöglich machen. Hintergrund: Der Kot der Tauben ist Gift für Sims und Fassade. Als zweiter Renovierungs-Abschnitt wurden in den vergangenen Wochen Turm und restliche Fassade von Maurern, Malern, Spengler und Restaurator auf Vordermann gebracht.

Das war auch eine Herausforderung für die Gerüstbauer. Denn die Krippkirche ist in die angrenzende Bebauung eingepfercht. „Die Nachbarn machten mit, sie ließen in ihren Hinterhöfen das Gerüst aufbauen", freut sich Nagel über das Miteinander.

Wer ganz oben auf dem Gerüst stand, dem bot sich ein imposanter Blick auf die Dachlandschaft der Altstadt. Zuvor aber war „Kraxeln" gefordert: Nach drei Leitern und drei Stockwerken war erst mal Zwischenstation. Bis zum Turm fehlten noch etliche Meter. Durch die vom Staub verschmutzten Fenster konnte man in die Kirche schauen. Dann ging's weiter. Links um die Kurve. Die Bretter wackelten ein bisschen, das Dach versperrte den Aufstieg. Also durch ein Fenster in den Dachboden der Kirche, auf der anderen Seite durch ein anderes Fenster wieder hinaus auf's Gerüst. Dann - fünf Leitern später - hatte man es geschafft und war oben: „Der Ausblick ist gigantisch", erzählte Fotografin Doris Mayr. Die jetzt für die Renovierung angefallenen Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro trägt die Kirchengemeinde St. Mang. Laut Franz Nagel erwartet sie einen Zuschuss der Diözese. Der Rest wird unter anderem mit Spenden aufgebracht.

Lange Geschichte:

Die Krippkirche hatte eine Vorgängerin: die Kapelle „Zu unserer Herrn Krippe". Sie stand in der heutigen Jesuitergasse. 1708 musste sie wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Dank vieler „Freunde und Gönner" wurde sie an dem „besser gelegenen Ort" größer und schöner wieder aufgebaut. Den Plan fertigte Johann Jakob Herkomer. Er erlebte auch noch den Baubeginn am 8. August 1717. Sein Neffe Johann Georg Fischer hat im Jahr darauf die Kirche vollendet.

(Quelle: „Kirchenführer St. Mang")

 

Diesen „gigantischen Blick" hatten die Handwerker während der Renovierung der Krippkirche. Unser Foto zeigt im Vordergrund den vergoldeten Davidsstern, im Hintergrund die Basilika St. Mang und das Hohe Schloss.

Kirche und Gemeinde sagen sich hier gegenseitig DANKE. 

Erinnerung: Krippenausstellung 2005 in der Krippkirche