Emmausgang
von Füssen-West nach Weißensee
9. April 2007

Nach einer kurzen Statio in der Stadtpfarrkirche "Zu den Acht Seligkeiten" begann der Osterspaziergang. "Redet mitanand, so wie es die Emmausjünger auch getan haben. Reden, um sich kennen zu lernen, reden, über die Dinge, die Euch im Innern bewegen."

An der Kobelschanze hielten wir zum ersten Mal. Diakon Fredl Hofmann erzählte uns, was das Skispringen hier früher einmal für ein Magnet war, das über 25.000 Besucher anlockte. Er wusste noch die berühmten Skispringer der damaligen Zeit und die Wandlung des Sprungstiels vom "wild mit den Armen rudern" über den "die Arme im V Winkel nach vorn schmeißen" bis zum heutigen "V der Sprungski". Veränderungen zulassen, das müssen auch wir, wenn wir weiter kommen wollen.

Natürlich wusste Fredl, wie unser Diakon gerne genannt werden will, unterwegs auch Geschichten von der Zeit, als er noch Schüler war oder von denen er damals gehört hatte: "Da gab es z.B. einmal einen Unfall, bei dem ein schwer mit Hanf für die Sailerei beladenens Fuhrwerk durch ging und den Manger Berg hinunter in die Haupttür der Spitalkirche raste. Was für ein Schreck für die damals noch gut mit Rosenkranz Betern gefüllte Kirche. Ein Pferd war sofort tot, das andere wurde noch in der Kirche erlöst. Gott sei Dank waren keine Menschen verletzt worden."

Auf dem Tunnel erinnerte er uns an den Tunnel im Kalvarienberg. "Unser aller Weg führt durch das Dunkel, aber im Glauben sehen wir schon das Licht der neuen Welt.

Auf dem Weg nach Emmaus ist den beiden Jüngern der Auferstandene erschienen und geht mit ihnen.
Er zeigt ihnen ein großes Geheimnis: Er geht einfach mit, Er hört ihnen einfach zu. So einfach ist das!
      Er lässt sie nicht allein, in ihren Fragen, in ihren Zweifeln, in ihrer Hoffnungslosigkeit, in ihrer Niedergeschlagenheit, in ihrer Enttäuschung, in ihrer Kleingläubigkeit,
ihrer Verzagtheit, in ihrem Seelenschmerz, in ihrer Not, in ihrer Gebrechlichkeit - nein, er geht einfach mit ihnen.
      Er gesellt sich zu ihnen, redet freundlich mit ihnen, Er bekundet Mitgefühl, ja Hinwendung und Freundschaft, und öffnet ihnen die Augen, erschließt ihnen die Schrift und macht sie fähig, zu schauen.
      Er übersieht nicht ihre Zweifel, tadelt sie auch nicht, lässt ihre Verzagtheit und Mutlosigkeit zu.
       Er wendet sich auch nicht ab,
als Er ihren angeschlagenen Glauben sieht. Er rügt nicht das stete Fragen und Suchen.
       Alle Fragen lässt Er zu, geht auf alle ein und lässt sie Schritt für Schritt ahnen, dass alles so kommen musste.
Er stärkt ihren Glauben, hilft ihnen auf die Beine und geht mit ihnen nach Haus.
      Sie laden Ihn zum Bleiben ein. Beim Brotbrechen erkennen sie Ihn.
      Noch am selben Abend kehren sie nach Jerusalem zurück.
      Er lässt sie zu Verkündern des Glaubens werden. Sie finden die anderen Jünger hinter verschlossenen Türen und erfahren von diesen neue und große Wundertaten des auferstandenen HERRN, der den ganzen Tag bei ihnen weilte. Auch sie erzählen nun, dass sie den HERRN beim Brotbrechen erkannten.
      Der Rückweg in der Nacht war ihnen wie eine zweite Auferstehung an einem Tag.
     Diese Auferstehung soll sich täglich und überall wiederholen bis an das Ende aller Zeiten und in alle Ewigkeit.
     In Seiner Auferstehung leben wir täglich und sind dazu auch berufen. Er ist immer mit uns auf dem Weg und lässt uns nie allein In Seiner Liebe
lässt Er niemand allein, so dass wir Ihm blind vertrauend folgen können.
So ist der Weg nach Emmaus auch unser Weg!

© Heinz Pangels, (07/1999) - 04/2000

Auf der anderen Seite vom See wurde Marmor gebrochen, aus dem z.B. der Taufstein der Kirche St. Walburga besteht und in's Pfarrhaus führte ein Kanal, auf dem die Fischer vom Weißensee direkt hinein fahren konnten, in's damalige Fischhaus. Die Fischer am See, die Apostel, Menschenfischer - lassen wir uns gefangen nehmen von ihren Worten?

Glockengeläut empfing unsere kleine Gruppe. 9.00h Hl. Messe mit der Gemeinde Weißensee, anschließend für jeden, der Lust hat, "Stammtischrunde".

Schade, dass Du nicht dabei gewesen bist, aber vielleicht treffen wir uns beim nächsten Wandern mit dem Diakon.

Emmausgang 2005