10 Jahre "Eine Welt Laden" Füssen
Ökumenischer Gottesdienst

26. Januar 2007

Text von Manfred Sailer
Datum

Wassertropfen "in der Wüste . . .
Eine-Welt-Partnerschaft feiert zehn Jahre Weltladen in Füssen und wertvolle Arbeit

Füssen (sai). Guten Grund zum Feiern hatten die Mitglieder des Vereins Eine-Welt-Partnerschaft: Seit zehn Jahren betreiben sie den Welt-Laden in der Jesuitergasse in Füssen. In diesen zehn Jahren, so Hubert Endhardt in seiner Laudatio im Haus Hopfensee, habe der Welt-Laden viele Menschen reich beschenkt: „Auch wenn angesichts erschreckender Armut in den Ländern der Dritten Welt eure Aktionen wirken wie ein Tropfen auf den heißen Stein - denkt daran, dass man dort, wo es gar kein Wasser gibt, um jeden Tropfen froh ist."

Die Feierlichkeiten begannen mit Trommelklängen beim ökumenischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche zu den Acht Seligkeiten mit Pater Michael Huhatsch und Pfarrer Joachim Spengler, musikalisch gestaltet von „Poverclli" aus Hopfen. Eingestreut in den Gottesdienst waren Hinweise auf den „Fairen Handel',', durch den in der Welt ein Licht. entzündet wird. Licht als Symbol, das die Dunkelheit erhellt, deshalb erhielten alle Besucher eine kleine Kerze.

Die Fortsetzung des Festabends erfolgte im Haus Hopfensee, wo Vorsitzende Ursula Renner mit großer Freude die zahlreichen Gäste begrüßte und Claudia Rehm als Moderatorin souverän durch den Abend führte. Aufgelockert wurden die Feierlichkeiten durch mehrere Auftritte der Trommelgruppe unter Leitung von Sybille Link sowie einer Musikgruppe aus Vereinsmitgliedern unter der Regie von Petra Jaumann-Bader. Nach der Stärkung am ausgezeichneten Buffet, von Mitgliedern zur Verfügung gestellt (Spenden wurden nicht abgelehnt), hielt Vorsitzende Renner Rückschau auf zehn Jahre Welt-Laden (siehe gesonderter Bericht).

Kleine Schritte führen weit

Die Laudatio zum 10-jährigen Jubiläum des Welt-Ladens hielt Hubert Endhardt. Er zitierte eingangs einen Text des Liedermachers Gerhard Schöne, der besonders zu diesem Fest passe: „Spar deinen Wein nicht auf für Morgen, sind Freunde da, so schenke ein. Durchs Schenken wird man reich allein." Durch seine Initiativen und Aktionen in den vergangenen zehn Jahren habe der Welt-Laden viele Menschen reich beschenkt. Gerade die kleinen Schritte, das Tun des Einzelnen bringe große und wichtige Dinge voran. Er ermunterte alle, weiterhin die gute Sache nach Kräften zu unterstützen: „Ihr tut etwas für Andere, und damit auch für Euch selbst."

Eine turbulente, amerikanische Versteigerung durch das Duo Peter & Peter (Goldfuss und Schlosser) erbrachte einen Erlös von 350 Euro, der aufgeteilt wird auf das Kinderdorf „Little Smile" in Sri Lanka und auf den Verein Indienhilfe.

Nach einer vom Festpublikum frenetisch geforderten Zugabe der Trommlergruppe dankte die stellvertretende Vorsitzende Katrin Simmeth allen Helfern und Helferinnen, die rum erfolgreichen Gelingen des Jubiläumsaktes beigetragen haben. Den beiden Pfarrern für den ökumenischen Gottesdienst, allen Musizierenden, Uli Pickl für die Lokalität. und den Sektempfang und nicht zuletzt der Vorsitzenden Ursula Renner für ihr Engagement und ihren Einsatz. Zum süßen Ausklang' wurden alle Besucher mit einem Nachtischbuffet überrascht..

Informationen über den Verein Eine-Welt-Partnerschaft sind zu erhalten im Welt-Laden in der Jesuitergasse 6 in Füssen. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen.

 

Zehnjahre Welt-Laden

Wie sich alles entwickelte Füssen (sai).

Ursula Renner, die Vorsitzende des Vereins Eine-Welt-Partnerschaft, hielt beim Jubiläum des Welt-Ladens Rückschau.

• Angefangen hat es mit dem Verkauf von „Dritte-Welt-Waren" durch Jugendgruppen der Pfarrei Acht Seligkeiten Füssen-West. Die Waren mussten damals in mühsamen Aktionen selbst in Kaufbeuren geholt werden.

• Maßgeblichen Anteil an weiteren Aktivitäten hatte der tödlich verunglückte Pfarrer Peter Mayr, lange Jahre Missionar in Brasilien, der auf untragbare Missstände aufmerksam machte.

• Im Jahr 1994 wurde im Pfarrheim zu den Acht Seligkeiten mit Unterstützung von Pfarrer Erich Renz die Eine-Welt-Ecke eingerichtet. Und bald darauf war der Keller im Pfarrhaus mit Waren überfüllt, um die stets aufwändige und lästige Fahrerei einzugrenzen. • Der Verkauf liel' bestens. Um Steuerproblerne zu vermeiden, hätte man weniger Waren verkaufen können. Doch statt diesen schlechteren Weg einzuschlagen, wurde am 23. September 1996 der Verein Eine-Welt-Partnerschaft mit 30 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Mittlerweile ist die Zahl der Mitgliederauf 114 angestiegen -nach oben gibt es keine Grenzen.

• Schon nach fünf Monaten wurde am 25. Januar 1997 der Welt-Laden in der Jesuitergasse eröffnet. Seit zehn Jahren sorgen etwa 45 Mitglieder der Ladengruppe unermüdlich und ehrenamtlich dafür, dass der Laden läuft. Mit. dein Erlös werden nachweislich, wie es die Satzung vorgibt, unterschiedliche Projekte in Drittländern gefördert.

„A Glump kaff i fei net"

Die „Ladenhüter" spielen Füssen (rea).

Am Freitag, 2. Februar, beschließt die Komödie „Fairdinand" um 20 Uhr im Kleinen Kursaal die Festivitäten zum Jubiläum zehn Jahre Welt-Laden Füssen. Gespielt wird sie von den „Ladenhütern" aus Regensburg.

Die Geschichte spielt im Eine-Welt-Laden Hinterwald, was der Romanze keinen Abbruch tut. Vertreter Ferdinand verliebt sich in seine schöne Nachbarin Fairena. Die ist aber mehr als nur engagiert für ihre Eine-Welt-Arbeit. Also macht auch Ferdinand mit im Kampf für eine gerechte Welt, obwohl er eigentlich mit dem „Fairen Handel" nichts am Hut hat. Die Verwicklungen nehmen ihren Lauf, denn Ferdinands Mutter ist ganz und gar nicht für diese Liaison.

Uli Pickl und Hubert Endhardt warten gespannt auf das Klingeln des Weckers, um schnell noch das entscheidende, letzte Gebot abgeben zu können. 350 Euro brachte die versteigerung, voll denen jeweils die Ilällte an „Little Smile" auf Sri Lanka und die Indienhilfe Herrsching geht.

Die Truppe, die sich diese Geschichte ausgedacht hat, nennt sich „Ladenhüter" und kommt aus Regensburg. „Fairdinand" nennen Kirstin Rokita, Burgi Wittmann und Hubert Treml eine „ausnahmsweise mal romantische Komödie", die vorführt, wie wichtig zwischenmenschliches „Fairständnis" sein kann.

Bisher bekamen die „Ladenhüter" für ihren „Fairdinand" nur gute Kritiken. Schließlich handelt es sich bei ihnen um Menschen, die entweder eine Schauspielausbildung haben, Künstler sind und sich viel mit Mundart und Kleinkunst beschäftigen oder seit vielen Jahren Theater machen.

Info: Karten für „Fairdinand" am Freitag, 2. Februar; um 20 Uhr im Kleinen Kursaal gibt es im Eine-Welt-Laden in der Jesuitergasse. Ein Euro pro Karte geht an die Indienhilfe Herrsching.

Zehn Jahre Welt-Laden: Mit Sketchen und Gesang unterstützten die Gründungsmitglieder (von links) Inge Ginther, Rosalie und Gerhard Nold, Christian Ginther und Georg Rehm die Präsentation von Angelika Oswald. In diesen zehn Jahren tat sich viel. Inzwischen hat sich der WeltLaden samt der Eine-Welt-Partnerschaft zu einem gutfunktionierenden und Segen bringenden ehrenamtlichen Unternehmen entwickelt. Fotos: Manfred Sailer