Text: Georg Rehm
23.Juli 07

Der Herrgott hat mich verwöhnt 
Priesterjubiläen Zahlreiche Gläubige feiern gestern mit 
Stadtpfarrer Karlheinz Knebel und Geistlichem Rat Rudolf Böhm

„Gott loben, das ist unser Amt": Mit diesem Vers begann Stadtpfarrer Karlheinz Knebel gestern die Festmesse zum goldenen Priesterjubiläum von Geistlichem Rat Rudolf Böhm und seinem 20-jährigen Pfarrjubiläum in Füssen. Die Sitzplätze in der Pfarrkirche St. Mang reichten nicht aus, um die vielen Mitfeiernden zu fassen.

Seine Predigt begann Knebel mit dem „Jubilate deo" (Preiset unsern Herrn): An den Punkten, an denen sich das Leben verdichtet, soll Dank und Lobpreis vor den hingetragen werden, der es gegeben hat. Er erinnerte an die Lebensgeschichte seines Mitbruders Böhm, der 1957 im oberschlesischen Oppeln mit 57 weiteren jungen Männern die Priesterweihe empfangen hat. Nach einigen Stationen kam er in das Bistum Augsburg. Nach seiner Arbeit als Pfarrer in Boos, Nördlingen und Aichach-Ecknach zog er vor zehn Jahren als Ruhestandsgeistlicher nach Hopferau. Seit einigen Monaten wohnt er in Füssen und hilft in der Seelsorge mit, soweit es seine Gesundheit erlaubt.

Nur noch ein Pfarrer

Im Verlauf seiner Predigt ging Dekan Knebel auf die Veränderungen ein, die sich in den 20 Jahren seiner Arbeit in Füssen ereignet haben. Er erinnerte sich, wie sein Vorgänger, Geistlicher Rat Ludwig Steiger, ihm den Magnusstab überreichte. Zu dieser Zeit arbeiteten noch vier Pfarrer in Füssen - inzwischen ist er der einzige Pfarrer. Der Magnusstab, als Zeichen der Beständigkeit der Kraft des Glaubens, habe, alle Höhen und Tiefen überdauert. Trotz aller Reformen in der Seelsorge dürfe nicht vergessen werden, auf den Geist Gottes zu hören und aus seinem Willen zu leben.

Zum Ende des Gottesdienstes trat Böhm ans Mikrophon: „Ich bin dankbarer denn je, denn der Herrgott hat mich verwöhnt." Er freue sich, dass er jetzt in Füssen seinem geliebten priesterlichen Dienst noch nachkommen kann und „mit Freude Gottes Sache dienen darf". Den Dank der Pfarrgemeinde brachten die Mädchen und Buben des Kindergottesdienstes mit Liedern und Blumen zum Ausdruck.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst durch Chor und Orchester der Pfarrei St. Mang unter der Leitung von Kirchenmusiker Albert Frei. Die fulminante Messe in C-Dur von Ludwig van Beethoven für Chor, Orchester und vier Solisten wurde ausdrucksstark und einfühlsam interpretiert.

Im Anschluss an den Gottesdienst bildete sich eine lange Schlange von Gratulanten bei den beiden Priestern. Auch die anwesenden Stadträte und Bürgermeister Christian Gangl überbrachten Glückwünsche. Mit einem Geschenkgutschein als Beitrag für eine neue, mobile Lautsprecheranlage hatte er anscheinend geahnt, dass sein Grußwort wegen technischer Schwierigkeiten nicht gehalten werden konnte. Dieses kleine Malheur war jedoch beim Empfang, den der Pfarrgemeinderat auf dem Kirchplatz ausrichtete, schon wieder vergessen.

------ Aus dem Pressearchiv des Bistum Augsburg mit freundlicher Genehmigung von Dr. Dirk Hermann Voß -----

(Bilder Manfred Sailer) 

Bischof Walter Mixa dankte 73 Priestern für ihre langjährige Christusnachfolge 
Augsburger Oberhirte feierte Gottesdienst mit Priesterjubilaren in der Erzabtei St. Ottilien Augsburg, 26.7.2007 (IBA). 
Für ihre langjährige Christusnachfolge hat Bischof Dr. Walter Mixa 73 Priestern gedankt, die 2007 ihr 25., 40., 50., 60., 65. oder gar 70. Weihejubiläum begehen. Gemeinsam mit ihnen feierte er aus diesem Anlass einen Pontifikalgottesdienst in der Erzabtei St. Ottilien. Bischof Mixa wies in seiner Festpredigt darauf hin, dass es immer wieder Christen gäbe, die das Licht des christlichen Glaubens in treuer Nachfolge Jesu zu den Menschen brächten und dafür auch in einer multikulturellen Gesellschaft einträten. Gott behandele in seiner unbegrenzten Liebe sein Geschöpf Mensch als Partner, der sich – aufgrund seines freien Willens – für ihn oder gegen ihn entscheiden könne. Auch heute noch, so der Bischof, gäbe es zahlreiche Christen, die um ihres Glaubens willen Verfolgung oder das Martyrium auf sich nehmen würden.

Zu den prominentesten Priesterjubilaren gehören auch der emeritierte Bischof von Augsburg, Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB, der in diesem Jahr sein 50. Weihejubiläum begeht, Domdekan Prälat Konstantin Kohler (40. Weihejubiläum), Domkapitular Prälat Konrad Hölzl (40. Weihejubiläum), Offizial Msgr. Dr. Ernst Freiherr von Castell (25. Weihejubiläum) und Domkapitular i. R. Apostolischer Protonotar Prof. Dr. Georg Schmuttermayr (40. Weihejubiläum).

Das 70. Weihejubiläum begeht Bischöflicher Geistlicher Rat Matthias Forster (Burgheim-Straß), das 65. Weihejubiläum Prälat Hermann Lutz (Augsburg), das 60. Weihejubiläum Bischöflicher Geistlicher Rat Richard Schneider (Pfronten) und das 50. Weihejubiläum Bischöflicher Geistlicher Rat Rudolf Böhm (Füssen).

------------------------------ Text von Arno Späth AZ 21. Juli 07 ----------------------------------

Dienstjubiläum Karlheinz Knebel
wurde vor 20 Jahren St. Mang-Pfarrer
und ist heute froh über den gescheiterten Bauplan.

Beim "Nein" zum Pfarrheim wirkte der Heilige Geist mit.

Füssen Zu seinem Dienstjubiläum „20 Jahre St. Mang-Pfarrer" schaut Monsignore Karlheinz Knebel über 1250 Jahre zurück auf die Zeit des heiligen Magnus. Der „Apostel des Allgäus" schöpfte Kraft aus seinem. großen Glauben. „Wir brauchen diesen Glauben und die Verwurzelung in Gott", betont Knebel und blickt nach vorne: Dann könne man getrost an die Herausforderungen von heute gehen „und brauchen wir uns nicht vor Veränderungen zu fürchten". Sein Jubiläum feiert Knebel am Sonntag um 10 Uhr in St. Mang mit einer Festmesse (wir berichteten). Gleichzeitig begeht Ruhestandspfarrer Geistlicher Rat Rudolf Böhm sein Goldenes Priesterjubiläum. Er wird mit Diakon Fredl Hofmann bei der Feier der Eucharistie neben Knebel am Altar stehen.

Als 1987 Bischof Stimpfle dem Vorschlag des Füssener Stadtrates folgte und Knebel zum Nachfolger von Ludwig Steiger berief, wurde in dem damals 36 Jahre jungen Priester die Chance gesehen, die kirchliche Jugendarbeit in der Pfarrei St. Mang zu stärken. Was wurde erreicht? „In der Jugendarbeit ist man nie am Ziel", so Knebel.

„Der Pfarrer ist kein Alleinunterhalter.
Er braucht Mitarbeiter,
hauptamtliche und ehrenamtliche."

MONSIGNORE KARLHEINZ KNEBEL

Das zentrale Thema dabei sei die Frage, wie geben wir den Glauben weiter?
Im Kindergarten, bei Erstkommunion, Firmung und der Ministrantenarbeit sieht er Möglichkeiten, als Seelsorger mit Kindern in Kontakt zu kommen. Knebel stellt aber auch fest: „Der Pfarrer ist kein Alleinunterhalter."

Ein steiniger Acker

Vor 20 Jahren hatte er sich zum Ziel gesetzt, zu versuchen, mit den Menschen zusammen das Erbe des Evangeliums lebendig werden zu , lassen. Er wusste aber: Das Verkünden der Glaubensbotschaft ist „ein steiniger Acker". Welcher Maßstab gilt heute? Ist es die Zahl der Kirchenbesucher am Sonntag?
Wir haben viele Menschen, die haben einen stummen Glauben", beschreibt der 56-Jährige seinen Eindruck und stellt fest: „Wir sollten uns daran gewöhnen: Der Kern ist kleiner geworden. Und älter." Auch deshalb nimmt er Gläubige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Pflicht: „Wie können wir die 30-/40-Jährigen durch die Begegnung mit dem Evangelium als Menschen gewinnen, die den Glauben leben?"

„Das weiß ich nicht. Es ist nicht meine Absicht, mir mit 60 eine andere Stadtpfarrei zu suchen, aber ich werde sicher nicht bis zu meinem 78. Lebensjahr Pfarrer in St. Mang sein."

KARLHEINZ KNEBEL AUF DIE FRAGE, WIE LANGE ER NOCH PFARRER IN ST. MANG SEIN WERDE

Als Knebel in Füssen Stadtpfarrer wurde, gingen auch die Bemühungen um den Bau eines Pfarrheims weiter. Auf dem Grundstück neben der heutigen Sparkasse sollte es entstehen; dort, wo jetzt ein Einkaufszentrum geplant ist. Es scheiterte an den Finanzen. „Das war der Heilige Geist, Gott sei Dank", lacht Knebel und ist froh, kein Pfarrheim am Hals zu haben. „St. Mang braucht keinen Saal für 300 Personen", sagte er und verweist als Verantwortlicher der Pfarreiengemeinschaft auf das Vorhandene: für St. Mang das Seelos-Haus, bei Acht Seligkeiten das Pfarrheim St. Gabriel, das Sankt Magnus-Haus in Weißensee und das Pfarrheim in Hopfen: „An Räumen mangelt es uns nicht."

Ihm an Arbeit auch nicht. Denn Knebel ist mehr als nur Pfarrer von St. Mang: Er ist der Leiter von vier Pfarreien, er ist Dekan für das Dekanat Füssen und- seit 2005 Regionaldekan der Diözesanregion Kaufbeuren/Ostallgäu. Derzeit wird die Verwaltungsarbeit für das Dekanat auf neue Beine gestellt (wir berichteten). „Damit ist vorgezeichnet, dass der Dekan künftig seinen Sitz in Füssen haben wird. Füssen wird das Zentrum der Verwaltung des Dekanates, ohne den örtlichen Pfarreien die Selbstständigkeit zu nehmen. Die Geschäftsstelle kommt nach Acht Seligkeiten."

Priesterjubiläum - Umtrunk auf dem Kirchplatz

Mit einem feierlichen Gottesdienst werden am Sonntag um 10 Uhr in der St. Mang-Kirche zwei Jubiläen gefeiert. Geistlicher Rat Rudolf Böhm wurde vor 50 Jahren zum Priester geweiht. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die angesetzte Feier vor kurzem absagen. Jetzt ist er wieder „auf dem Damm" und feiert zusammen mit Monsignore Knebel.

Rudolf Böhm war fast zehn Jahre als Ruhestandspfarrer bis vergangenen Winter in Hopferau. Dann zog der 78-jährige beliebte und gefragte Aushilfspriester ins Seelos-Haus nach Füssen. Vor 20 Jahren trat Monsignore Knebei in Füssen seine zweite Pfarrstelle als Nachfolger von Stadtpfarrer Ludwig Steiger an.

Musikalisch werden in St. " Mang Chor und Orchester die Messe in C-Dur von Ludwig van Beethoven zu Gehör bringen. Nach dem Gottesdienst lädt der Pfarrgemeinderat zum Umtrunk auf dem Kirchplatz ein. (asp/reh)

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Aus der Wöchentlichen Verkündigung vom 15. Sonntag im Jahreskreis

20 JAHRE ST. MANG-PFARRER
darf Stadtpfarrer Karlheinz Knebel am kommenden Sonntag feiern.

Als ich vor 20 Jahren durch Bischof Dr. Josef Stimpfle auf Vorschlag des Stadtrates von Füssen in das Amt des Pfarrers von St. Mang berufen wurde, trat ich die Nachfolge von Geistl. Rat Ludwig Steiger und zuvor von Geistl. Rat Christoph Kaiser an. Es war damals nicht vorhersehbar wie stark sich die Bedingungen der Pfarrseelsorge verändern werden. Der damals durchaus noch überschaubare Bereich von St. Mang umfasst inzwischen die ganze Stadt Füssen.

Die Pfarreiengemeinschaft hat die 4 Pfarreien zusammengeführt.

Die Herausforderungen zeigen sich zunehmend in einer Kirche des Überganges von der Volkskirche zu einer Kirche im Volk. Strukturdebatten haben uns die letzte Zeit begleitet und werden uns sicher, wenn wir den Großraum des Dekanates betrachten, auch in Zukunft beschäftigen.

Bei meinem Amtsantritt wurde mir der Stab des Heiligen Magnus überreicht. Dieses Zeichen ist ein deutlicher Hinweis, wo unsere eigentliche Kraft und Stärke liegen.

Die Mitte des priesterlichen Dienstes ist die Feier der Eucharistie.

In der täglichen Messe liegt nicht nur für den Priester, sondern für die ganze Gemeinschaft der eigentliche Kraftquell. Aus dem Wort Gottes und der Kraft des Sakramentes zu leben, bewahrt uns davor, Äußerlichkeiten über uns Macht gewinnen zu lassen.


H.H. Pfarrer: Karl Wesle +; Ludwig Steiger +; Karlheinz Knebel; Herbert Schuler; Kaplan Herman Weißler +; 

Als Magnus vor über 1250 Jahren die Botschaft verkündete, war es die Kraft seines Gottvertrauens, das in Schwierigkeiten überwinden ließ. Wir brauchen diesen Glauben und die Verwurzelung in Gott und können dann getrost an die Herausforderungen von heute gehen und brauchen uns nicht vor Veränderungen zu fürchten.

Ich freue mich, wenn ich mit möglichst vielen Gläubigen am kommenden Sonntag, den 22. Juli Gott vor 20 Jahre Dienst an St. Mang danken darf.